100 Watt

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100 Watt

Beitragvon Diet » Dienstag 3. Januar 2017, 12:34

Moin,

hab gerade in den Small Amp Fever Thread reingeschaut und muss was loswerden,
was ich schon seit ein paar Tagen im Kopf habe.

In der letzten Zeit hatte ich mehrmals die Möglichkeit 100 Watt Röhrenamps kurz auszuprobieren.
Nie laut, immer gemäßigt clean. Das waren alles Marshallartige Tops.
Ich bin nie Freund von den "Wenigwattamps", also so unter 15 Watt geworden trotz mehrerer Versuche.
Jetzt weiß ich glaube ich warum.

Ich hatte jedes mal das Gefühl, extrem viel Rückmeldung zu bekommen wegen der immensen Reserven bei
zivilen Lautstärken. Ich bin nicht der Endstufenzerrtyp, eher der Cleantyp, vielleicht komme ich deshalb nicht gut mit den
ganz kleinen Amps klar.

Aber auch mit guten Pedalen davor kommt für mich aus den Boliden ein "Boing", den die Kleinen einfach nicht bringen können.
Auch der Zerrsound von Pedalen erhält da für mich sozusagen mehr Gegenwehr im positiven Sinne.
Ich glaube momentan ganz grundsätzlich: Viel Watt = Viel Rückmeldung. Und das auch leise, ganz unabhängig von
Sweetspot und Druck. Dabei dürfen aber auch nicht zu harte Pappen im Spiel sein.

Ich hab das schon zu Hause immer bei den Vergleichen der Kleinen, wie z.B. Vox AC4, Peavey Classic 20, Laney 15 Watter und andere
mit meinem Bluesbreaker Combo gefühlt. Dabei ist dieser ja nur ein ca-halber Hunderter.
Der hatte selbst i.V. mit einem Power Soak immer mehr Response zu bieten. Der hat aber z.B. auch im Vergleich zu meinem
auf fast 30 Watt aufgepumpten Deluxe Reverb schon mehr cleanen Boing. Das mehr an Wattstärke macht sich auch da für mich schon bemerkbar.

Mit Boing meine ich Dynamik, was für mich gleichbedeutend mit "Rückmeldung" ist. Federn ist auch ein für mich passendes Wort.
Mein Zentera hat ja sogar 2x100 Watt Stereo parat, aber Röhren sind doch etwas anderes. Der hat aufgrund von Röhrenmangel nicht so viel "Boing".

Ich steh auf 100 Röhren-Watt!
Eigentlich bräuchte ich ein 1959 Top, glaube ich :?
Oder einen Twin als Topteil. :kopf_kratz01:

Alles nur momentaner ganz subjektiver Erfahrungssenf.
Ich glaube, ich sollte keine fremden Amps ausprobieren ;)

Gruß Diet
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Re: 100 Watt

Beitragvon Magman » Dienstag 3. Januar 2017, 12:54

Dieter ich weiß in etwa was du meinst. Aber noch viel wichtiger wie viel Watt ist die Qualität der Bauteile, ganz besonders aber der Trafo! Es kommt ja nicht von ungefähr, warum manche Boliden, wie zB der gute alte Twin Reverb so sauschwer sind ;)

BTW: Ansonsten zählt immer noch der Faktor 10, um genau doppelt so laut zu sein, wenn man es braucht Also 10 Watt sind halb so laut wie 100 Watt!
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Re: 100 Watt

Beitragvon Paulasyl » Dienstag 3. Januar 2017, 13:03

Ich habe auch die "fetten" Boliden lieber, einfach weil sie mehr Headroom bieten. So'n HT-5 z.B. klingt daheim großartig und auch für Recording gut, wenn's aber "ernst" wird reicht die Lautstärke nicht und der fehlende Headroom wird schnell Matsch, der kaum zu kontrollieren ist. Wenn man damit den Blackheart Handsome Devil mit 15 Watt vergleicht, hat der schon viel mehr Luft nach oben und man kann den Drive noch mit Anschlag und Poti kontrollieren. Aber richtig wie gewünscht reagieren und das auch in hohen Lautstärken erfordert dann einfach mehr Nennleistung.

Und nicht jeder kleine Amp reagiert so gutmütig auf "Überlast" wie ein alter Marshall JTM, sondern wird einfach breiig.
Ein 100 Watt Marshall Head reagiert übrigens nur bis ca- 6-7 überhaupt noch mit Lautheitssteigerung, danach kommt nur noch Saturation und Kompression, allerdings sollte man dann schon nicht mehr im gleichen Raum sein...
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Re: 100 Watt

Beitragvon Diet » Dienstag 3. Januar 2017, 13:10

Moin,

ich meine nicht die Lautstärke, darum gehts mir nicht.
Ich hab die Geräte alle halbwegs "leise" gespielt.
Also zwangsläufig auch nur clean, denn das waren alles Einkanäler.

Gruß Diet
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Re: 100 Watt

Beitragvon Paulasyl » Dienstag 3. Januar 2017, 13:17

Ich meine auch nicht die absolute Lautstärke, sondern den Weg dahin, den Headroom. Die Monster haben einfach viel mehr Luft, bis sie aus Lautstärke Mulm machen. Der 5 Watter produziert den Mulm halt schon bei geringer Lautstärke.
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Re: 100 Watt

Beitragvon tommy » Dienstag 3. Januar 2017, 14:11

Moin,

ordentliche Leistung, gute Bauteile und wirklich stabile Trafos sind ein Garant für unangestrengten, impulstreuen, "selbstverständlichen" Klang. Und zwar auch bei geringeren Lautstärken. Das hat auch nicht primär mit der Wattleistung zu tun, wie man es ja bspw. beim JTM 45 gut nachvollziehen kann.

Selbst am stärksten erfahren habe ich das übrigens bei unserer Gesangsanlage. Ausgehend von einer festen, Probenraum adäquaten Lautstärke, stießen unsere DB Opera 12" mit ihren ca. 2x250 Watt an ihre Grenzen, obwohl ausschließlich Gesang darüber lief. Der Sound verhärtete sich, gerade die Bässe klangen angestrengt. Feedback war deshalb kaum unter Kontrolle zu bekommen. 2x250 Watt sind halt nur eine Zahl und taugen nicht viel, wenn die o.g. Grundvoraussetzungen (Stabilität) nicht stimmen.
Inzwischen benutzen wir bei gleicher Lautstärke JBL Professional Speaker (Belastbarkeit bis 800 Watt pro Stück) mit einer 2x900 Watt Markenendstufe. Alle genannten Probleme sind wie weggeblasen. Der Sound ist warm, stabil, klar präsent, egal wie man ins Mikro brüllt. Feedbacks sind wie weggeblasen!
Ich denke, dass wir die Anlage mit maximal 2x200 Watt belasten. Bei der o.g. Reserve muss sie sich kein bisschen anstrengen. Der gesamte Frequenzbereich wird völlig selbstverständlich und stressfrei wiedergegeben.
Bei einer entsprechenden Gitarrenanlage ist es nicht anders. Ich glaube, unerschütterliche Impulstreue ist das Zauberwort. Der Saitenanschlag wird einfach 1 zu 1 wiedergegeben und eiert nicht irgendwie angestrengt rum. Das gibt wohl diese Responce Erfahrung.
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Re: 100 Watt

Beitragvon partscaster » Dienstag 3. Januar 2017, 14:18

Die vielen Kleinst-Amps, die ja hauptsächlich im (dreckigen) Zerrbereich glänzen sollen, reagieren in der Regel auch nach meinem Empfinden tatsächlich viel schwammiger/indirekter und auch weniger dynamisch. Was auch den Betrieb mit Effekten stellenweise deutlich erschwert. Wer gerne mit dem Lautstärkeregler an der Gitarre arbeitet, hat bei einem leistungsstarken Amp für mein Gefühl auch mehr Spielraum. Eine klassische 100-Watt-Kiste macht sehr viel Spaß und ist auch nicht unbedingt zu laut. Auch als Fan von kleinen Amps bin ich im Moment bin ich wieder mal ganz angetan vom JCM800. Leider könnte ich den nicht transportieren. Und ein vor kurzem genutzter Mesa Rectifier war auch mal wieder eine ganz andere Welt. Und 4x12" haben schon ihre Berechtigung. :smoke01:

Dicke Amps gehen auch in "leise(r)":



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Re: 100 Watt

Beitragvon Loki » Dienstag 3. Januar 2017, 14:21

:kopf_kratz01:

Der Verstärker mit der meisten "Rückmeldung" war für mich der AC30
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Re: 100 Watt

Beitragvon partscaster » Dienstag 3. Januar 2017, 14:23

tommy hat geschrieben:Moin,

ordentliche Leistung, gute Bauteile und wirklich stabile Trafos sind ein Garant für unangestrengten, impulstreuen, "selbstverständlichen" Klang. Und zwar auch bei geringeren Lautstärken. Das hat auch nicht primär mit der Wattleistung zu tun, wie man es ja bspw. beim JTM 45 gut nachvollziehen kann.

Selbst am stärksten erfahren habe ich das übrigens bei unserer Gesangsanlage. Ausgehend von einer festen, Probenraum adäquaten Lautstärke, stießen unsere DB Opera 12" mit ihren ca. 2x250 Watt an ihre Grenzen, obwohl ausschließlich Gesang darüber lief. Der Sound verhärtete sich, gerade die Bässe klangen angestrengt. Feedback war deshalb kaum unter Kontrolle zu bekommen. 2x250 Watt sind halt nur eine Zahl und taugen nicht viel, wenn die o.g. Grundvoraussetzungen (Stabilität) nicht stimmen.
Inzwischen benutzen wir bei gleicher Lautstärke JBL Professional Speaker (Belastbarkeit bis 800 Watt pro Stück) mit einer 2x900 Watt Markenendstufe. Alle genannten Probleme sind wie weggeblasen. Der Sound ist warm, stabil, klar präsent, egal wie man ins Mikro brüllt. Feedbacks sind wie weggeblasen!
Ich denke, dass wir die Anlage mit maximal 2x200 Watt belasten. Bei der o.g. Reserve muss sie sich kein bisschen anstrengen. Der gesamte Frequenzbereich wird völlig selbstverständlich und stressfrei wiedergegeben.
Bei einer entsprechenden Gitarrenanlage ist es nicht anders. Ich glaube, unerschütterliche Impulstreue ist das Zauberwort. Der Saitenanschlag wird einfach 1 zu 1 wiedergegeben und eiert nicht irgendwie angestrengt rum. Das gibt wohl diese Responce Erfahrung.


Gut in Worte gefasst! Und auch meine Erfahrung. :thumbsup02: Ich höre auch am liebsten auf meiner, für heutige Verhältnisse wohl völlig überdimensionierten Stereoanlage Musik, auch leise. Weil da alles einfach "entspannter" klingt.

Grüße
Michael
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Re: 100 Watt

Beitragvon tommy » Dienstag 3. Januar 2017, 14:27

partscaster hat geschrieben:
tommy hat geschrieben:Moin,

ordentliche Leistung, gute Bauteile und wirklich stabile Trafos sind ein Garant für unangestrengten, impulstreuen, "selbstverständlichen" Klang. Und zwar auch bei geringeren Lautstärken. Das hat auch nicht primär mit der Wattleistung zu tun, wie man es ja bspw. beim JTM 45 gut nachvollziehen kann.

Selbst am stärksten erfahren habe ich das übrigens bei unserer Gesangsanlage. Ausgehend von einer festen, Probenraum adäquaten Lautstärke, stießen unsere DB Opera 12" mit ihren ca. 2x250 Watt an ihre Grenzen, obwohl ausschließlich Gesang darüber lief. Der Sound verhärtete sich, gerade die Bässe klangen angestrengt. Feedback war deshalb kaum unter Kontrolle zu bekommen. 2x250 Watt sind halt nur eine Zahl und taugen nicht viel, wenn die o.g. Grundvoraussetzungen (Stabilität) nicht stimmen.
Inzwischen benutzen wir bei gleicher Lautstärke JBL Professional Speaker (Belastbarkeit bis 800 Watt pro Stück) mit einer 2x900 Watt Markenendstufe. Alle genannten Probleme sind wie weggeblasen. Der Sound ist warm, stabil, klar präsent, egal wie man ins Mikro brüllt. Feedbacks sind wie weggeblasen!
Ich denke, dass wir die Anlage mit maximal 2x200 Watt belasten. Bei der o.g. Reserve muss sie sich kein bisschen anstrengen. Der gesamte Frequenzbereich wird völlig selbstverständlich und stressfrei wiedergegeben.
Bei einer entsprechenden Gitarrenanlage ist es nicht anders. Ich glaube, unerschütterliche Impulstreue ist das Zauberwort. Der Saitenanschlag wird einfach 1 zu 1 wiedergegeben und eiert nicht irgendwie angestrengt rum. Das gibt wohl diese Responce Erfahrung.


Gut in Worte gefasst! Und auch meine Erfahrung. :thumbsup02: Ich höre auch am liebsten auf meiner, für heutige Verhältnisse wohl völlig überdimensionierten Stereoanlage Musik, auch leise. Weil da alles einfach "entspannter" klingt.

Grüße
Michael



"Entspannt" ist auch ein sehr gutes Attribut, um den Effekt zu beschreiben! :thumbsup03:
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