Modeller, wer braucht die?

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Modeller, wer braucht die?

Beitragvon kiroy » Dienstag 17. Januar 2017, 08:48

Hallo Ihr!

Hier kommt mal wieder etwas zum Diskutieren. Einfach so.

Im Rahmen meines Vergleichs "Fender Deluxe Reverb vs. Marshall JVM" wurde auch das Thema "Modeller" angesprochen. Dazu würde mich mal Eure Meinung interessieren:
Braucht man das?
Wenn ja, wozu?
Wer braucht so etwas?
Live oder im Studio?
usw...

Meine Meinung/Erfahrung:
Als ich nach jahrzehntelanger Gitarrenamp-Abstinenz wieder anfing, mich dafür zu interessieren, habe ich mir (2007?) zuerst mal einen Modeller (Vox Tonelab) gekauft. Das war in der Situation vielleicht auch ganz ok, um wieder hineinzufinden und in der Mietwohnung mit Kopfhörer üben zu können.

Da ich aber einen Fender/Marshall/Vox usw. eh nicht unterscheiden kann, ist es eigentlich völlig egal, welches Modell ich gerade verwende. Wenn ich an die Gelegenheiten denke, bei denen ich Gitarre spiele (Gigs, Bandproben), habe ich eigentlich keine Verwendung für so ein Teil. Ich brauche für meine Musik im Prinzip "clean", "angezerrt", "overdrive" und "richtig verzerrt". Ob das nun ein Blackface- oder Tweed-Fender-, ein 70er, 80er oder 90er Marshall-, ein Vox-, ein Boogie-, ein Soldano- oder sonst irgendwas-Sound sein soll, hört eh keiner - spätestens, wenn der Drummer "vier" gesagt hat. Um (wie in meinem Fall) die vier Sounds zu erzeugen, braucht man entweder einen Mehrkanal-Amp oder einen Einkanaler mit ein paar Pedalen. Leute, die auf eine ganz bestimmte Richtung fixiert sind, brauchen noch weniger eine Vielzahl von unterschiedlichen Amps. Der Heavy-Metal-Freak hat seinen passenden Amp und braucht keinen Fender oder Vox, der Country-Boy braucht keinen 90er Marshall oder Soldano usw.

Ich überlege, ob ein Studiomusiker evtl. einen Modeller braucht... :kopf_kratz01:
Ein "richtiger" Profi wird eh eine Sammlung von Original-Amps besitzen bzw. es werden die passenden Amps im Studio rumstehen.
Also könnte es noch ein Hobby- oder Semipro-Studiomusiker sein, der mit wenig technischem Aufwand eine Vielzahl von Amps parat haben will.
Ich erinnere mich aber noch an verschiedene "Blindverkostungen" von Original-Amps hier und in anderen Foren, bei denen die Erkennung der Amps durch die Mitglieder doch eher einem Ratespiel glich. Wenn es schon schwer (bis unmöglich) war, die Original-Amps am Sound auseinanderzuhalten, warum sollte das bei Modellern dann besser sein?

Was bleibt, sind evtl. die jungen Neu-Gitarristen, die noch nicht genau wissen, wohin die Reise gehen soll. Für die könnte ein Modeller vielleicht eine Möglichkeit sein, sich zu finden, ähnlich wie bei meinem Neuanfang. Aber eigentlich brauchen die das auch nicht. Das wissen die bloß noch nicht und die Industrie freut sich darüber. ;)

Mir fällt keine Situation ein, in der man einen Modeller braucht. Ich finde, ein "normaler" Amp (egal welche Marke, ggf. mit Pedalen) ist eigentlich immer besser.

Liege ich völlig falsch?
Was denkt Ihr?
Ich bin gespannt.

VG
kiroy



PS:
Ich hoffe sehr, dass sich keiner, der hier evtl. hauptsächlich mit Modeller spielt, angegriffen fühlt. Das ist nicht meine Absicht. Dies soll einfach nur ein Gedankenaustausch sein. Vielleicht gibt es ja einen guten Grund, Modeller zu benützen und ich habe nur nicht dran gedacht?
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon muelrich » Dienstag 17. Januar 2017, 09:03

Im Prinzip gebe ich Dir vollkommen Recht. Ich (zwar Covermusiker aber mit sehr eigenständigen ähm eigenwilligen Interpretationen uns daher sehr weit weg vom "tribute" Projekt) benutze auch nur eine Handvoll Sounds und die bekomme ich mit meinem aktuellen Board (2 Zerrer, Booster, Cleankanal vom Amp) locker abgedeckt.
Da ich auch schon Modeler gespielt habe (Kemper, BOSS ME-80, Helix) muss ich natürlich einwenden, dass mit so einer Kiste diese Handvoll Sounds incl. Effekten (!) genau so hinzubekommen ist und ich auf der Bühne nur EIN Teil stehen habe. Die Vielfalt der 3000 Profile eines Kempers braucht keiner. Das werden Dir sogar Kemper user bestätigen.

Aber andere Menschen haben andere Strategien für andere Bedürfnisse.

Leeven Jrooß
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon setneck » Dienstag 17. Januar 2017, 09:46

Brauchen im Sinne von benötigen tut wohl kaum jemand einen Modeller.
Brauchen im Sinne von gebrauchen schon eher. So ein Teil hat ja gewisse Vorzüge (Soundvielfalt, Lautstärken, Kopfhörerbetrieb...). Ich gebrauche z.B. im Wohnzimmer einen Mustang I (der klingt noch annehmbar, wenn die E-Gitarre akustisch lauter ist) und im Arbeitszimmer einen IIer. Ich hatte auch mal einen IIIer, der hat es aber nicht auf die Bühne geschafft (für alles andere habe ich die beiden o.g. oder eben "richtige" Amps), ist wieder gegangen.
Ich kann mir aber schon vorstellen, dass ein Neuling durchaus erste Hörerfahrungen sammeln kann. Mir persönlich gefällt, dass man z.B. mit der Mustang Software mal eben ein virtuelles Set zusammenstellen und schnell Vergleiche anstellen kann. So'n Teil kostet ja nicht die Welt. Kemper, Axe-FX etc. sind schon professionelle Ersatzlösungen. Könnte ich mir für mich grundsätzlich vorstellen, muss aber nicht.
Schöne Jrööss,
Thomas
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Manuel » Dienstag 17. Januar 2017, 10:08

Ich nicht, besitzen tue ich mehrere.

Ich brauche einen lauten Cleansound (also richtig laut und dabei wirklich clean), der kommt aus meinem 100 Watt Röhren-Top.
Dazu eine ordentliche HiGain-Zerre, das kann der Drive-Kanal des Amps sein oder auch ein gutes Pedal.
Noch eine Pedal-Tuner dabei und ich hab alles, was ich wirklich brauche.

Die Realität sieht so aus, dass ich auf meinem Probe- und Live-Board noch einen Line6 M9 (also einen reinen Effekt-Modeller) drauf habe.
Der dient als Stimmgerät und macht ab und an mal ein bischen Chorus, Reverb, Tremolo oder ähnliches.
Eigentlich überdimesioniert, aber wer weiß, was man mal an Effekten brauchen könnte.

Zuhause liegt noch der Mustang Floor rum. Den werfe ich an, wenn ich mal Bock auf Gretsch und Rock'n'Roll habe und nutze ausschließlich die Fender Models.

Dann ist da noch das VOX Stomplab IIG für den Urlaub oder Gig mit dem Flieger und eine Guitar2USB-Inteface mit Modelling Software am Schreibtisch.

Ich denke, die meisten von uns haben mehr Kram als sie wirklich brauchen, aber macht ja auch Spaß ;)
Grusz,

Manuel

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Ich mag E-Gitarren, Röhrenverstärker und Effektgeräte, Hauptsache nicht zu teuer ... ;)
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon heiko7471 » Dienstag 17. Januar 2017, 10:20

Tja was oder wen oder wie "braucht" man ...

Ich habe mich in der Vergangenheit viel mit Modellern beschäftigt und bin dann nach Flextone II und Pod HD letztendlich beim Eleven Rack ausgestiegen.
Mir geht es wie dir, ein anständiger Verstärker mit etwas drumherum, Clean, Crunch und Soloton plus ein Booster sowie ein bisschen Hall, Delay & Chorus - voila - schon ist man fast überfordert ob der Möglichkeiten.

Ich persönlich komme einfach mehr zum musizieren und Gitarre spielen mit diesem Setup - in der Modellerzeit habe ich ständig zwischen den Gigs an den Sounds gebastelt, Lautstärken angepasst usw. Dafür ist mir die Zeit zu schade und ich brauch es nicht - unsere Coverband spielt mit dem Sound, den wir haben, müssten wir alles original bieten, müssten alleine ca. 10 Drumsets und zig Synthesizer auf die Bühne...

To make the long story short - Live bin ich mit meinem "echten" Amp einfacher - wenn auch eingeschränkt, was aber positiv sein kann - bedient. Zu Hause zum aufnehmen benutzte ich Guitar Rig 5, das ist ja quasi auch ein Modellingamp, halt als Plugin im Computer und da kann ich dann gezielt an einem Sound für eine Aufnahme basteln und einstellen bis es 100% passt - so könnte ich auch Kemper und Co. verwenden, habe mich jetzt halt das Plugin gewöhnt und es genügt mir immer noch für meine Ansprüche.

Die Modeller können aber, je nachdem wer sie einsetzt schon extrem sinnvoll sein - ein Modeller ist komfortabler zu bewegen als ein Full Stack oder ein alter, sackschwerer (technisch anfälliger!) Combo und der Modeller klingt immer gleich - sei es nun die unendliche Vielfalt in der Top40 Band oder nur der eine Trademarksound für die Beatles Band - ich denke es kommt auf den Spielertyp an, wie er mit dem Thema umgeht und klarkommt.

Ich persönlich schraub mich an den Möglichkeiten zu Tode und kann mich nicht einschränken - daher meine Wahl mit Mehrkanalamp plus ein paar Pedale...
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Loki » Dienstag 17. Januar 2017, 12:12

Vorteile eines Modellers sind in meinen Augen zum ersten der bereits genannte: Klingt immer gleich. Auch ein eventuell benötigter Backup klingt identisch. Und wenn mal was verändert wird (andere Röhren etwa), dann kann ich das auch 1:1 auf den Backup übertragen ohne große Schrauberei
Zum zweiten ermöglicht es Coverbands imho mit minimalem Aufwand direkt nach dem Korn-Song die Beach Boys zu imitieren. Nicht alles lässt sich über Pedale oder einen anderen Kanal realisieren.
Lust ist, wenn ich spiele. Frust ist, wenn ich mich höre
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon partscaster » Dienstag 17. Januar 2017, 12:58

Ich hatte schon unzählige Modeler. Toll ist, dass man sich (schnell kostspielige) Effektbretter, Kabel etc. und bei einer brauchbaren PA auch einen Amp (sofern der Modeller nicht sowieso einen mitbringt) sparen kann. Das kann in gewissen Situationen (für Karnevalsbands mit schnellen Umbauten und 20 Auftritten am Abend z.B.) wirklich klasse sein.
Auch für Leute, die viel mit Effekten arbeiten (ich denke da z.B. an Adrian Belew) ist sowas ein Segen. Allein, weil Dinge wie Nebengeräusche und die Zuverlässigkeit/Berechenbarkeit bestimmter Effekte besser beherrschbar sind. Solche Musiker legen oft auch nicht besonders viel Wert auf eine absolut authentische Reproduktion von klassischen Gitarrensounds.

Dass viele sich schnell im "Schrauben" verlieren und meinen, sie müssten sich 200 Sounds basteln ist eine Einstellungssache bzw. wohl eine Mischung aus Spieltrieb/Forscherdrang/Unsicherheit, ob es nicht noch besser geht. Man kann sich auch einfach Clean - Crunch - Lead mit ein paar zuschaltbaren Effekten wie bei einem Amp/Pedalboard-Setup basteln und fertig. Der POD HD500X, den ich hatte, war dafür z.B. schnell und einfach zu programmieren. Eine Reihe Schalter für die Grundsounds, eine Reihe für ein paar Effekte - fertig.

Ich habe mich vom Amp Modeling für die Bühne/die Band letztlich immer wieder verabschiedet, weil mir bei den Combos irgendwie immer etwas nicht gefiel, mal der Klang, mal das Konzept (die Fender Mustang klingen gar nicht schlecht, sind aber doch sehr unflexibel, was das Programmieren angeht. Entweder Drive ODER Comp z.B. fand ich blöd. Auch das Konzept der Fußschalter ist mir zu unflexibel). Boden-Modeler, wie der genannte POD oder ein Vox Tonlab waren auch dem Sektor schon besser durchdacht. Leider brauchte man da dann wieder eine gute Monitorbox oder einen speziellen Amp, um sich zu hören und auch ein angenehmeres Spielgefühl. Dann kann ich am Ende auch einen "normalen" Amp und eine handvoll Pedale mitschleppen.

Was den Klang betrifft, sind viele aktuellere Modeler auf jeden Fall mehr als brauchbar. Auch wenn wenn eine guter Röhrenamp sich noch immer anders anfühlt - für mein Gefühl eigentlich immer dynamischer und direkter reagiert und auch im Raum einen weniger "flachen" Klang produziert. Was aber wohl auch am Ende wieder auch die Verstärkung zurückzuführen ist. Ein richtig guter Verstärker, der speziell auf den Einsatz mit Modelern zugeschnitten ist, wird hier sicher an allen Punkten nochmal nachlegen können. Leider kostet das ganze dann auch wieder so viel, wie ein guter "normaler" Amp.

Der Wertverlust von digitalen Geräten ist ein Punkt, der unglücklich ist. Ein Fender Deluxe Reverb oder ein Marshall Plexi bleibt relativ stabil im Wert und ist auch in 25 Jahren noch da und im Falle eines Falles auch dann noch reparierbar. Bei einem digitalen Gerät sieht das da in der Regel ganz anders aus. Kaufe ich mir heute also einen Modeler, und der Hersteller beschließt in 5 Jahren, keine aktuellen Treiber oder keine angepasste Editor Software für neuere Betriebssysteme oder ein anderes System beim nächsten Fußboard etc. zu setzen, guck ich in die Röhre.

Da bastel ich mir einen Trademark Sound, und mit der nächsten Generation der Geräte ist der so eventuell gar nicht mehr zu realisieren. Auch blöd. Immer klingen wie Jimi und Co kann ja nicht das Ziel sein. Die gibt's/gab's ja schon.

Mir hat bis heute übrigens noch keiner ein Album vorgespielt, bei dem nachweislich ein Modeler oder Software zum Einsatz kam, welches ich klanglich richtig gut gefunden hätte. Ähnlich geht es mit mir Addictive Drums, es ist sicher nicht schlecht, aber ein gut produziertes Album mit echtem Drummer klingt immer besser und vor allem einzigartiger. Für Aufnahmen (Abseits vom Demo oder der Feierabendbeschäftigung) würde ich diese Werkzeuge also eher nicht nutzen wollen.
Musik mit eher synthetischen Sounds (was nicht schlecht sein muss!) nehme ich hier ausdrücklich aus, weil es da natürlich auf ganz andere Dinge ankommt.

Mein persönliches Fazit (bisher): Modeler sind auf keinen Fall Teufelszeug, aber für den Gitarristen mit ner handvoll Effekte, die auf einem Grundsound aufbauen, nicht wirklich eine Arbeitserleichterung. Klanglich für Live-Musik problemlos zu gebrauchen, fürs Aufnehmen oft zu sehr ohne eigene Persönlichkeit.

Hat man eine feste PA mit festen Monitoren und ein darauf abgestimmten Modeler, kann das richtig Spaß machen. Das ist aber ja leider oft nicht der Fall.

Grüße
Michael
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Magman » Dienstag 17. Januar 2017, 13:13

Gerade Profis/Cover/Top40 Musiker nehmen sehr gerne Modeller, weil sie a. fast alles an Sounds inklusive Effekte abdecken, b. meist sehr leicht und kompakt sind. Außerdem sind sie auch wesentlich unempfindlicher beim Transport als ein Röhrenamp. Kälte, Hitze machen denen nix und sie klingen immer gleich.

Ich selbst besitze noch einen Zenamp den ich sehr gerne spiele und der ausgezeichnete Sounds und Effekte an Bord hat. Habe ich viele Jahre lang gespielt mit großer Freude. Auch mit großer Freude der Bühnentechniker, denn der Sound aus der PA war/ist einfach genial gut und sehr professionell.
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Big Al » Dienstag 17. Januar 2017, 14:06

Eigentlich hats der Magman shcon auf den Punkt gebracht: Wenn man covert und das in einer gewissen Häufigkeit, dann freut man sich über flexibles und robustes Handwerkszeug, kompakt muss es auch sein und gleichbleibende Ergebnisse gewährleisten. Da ist ein Modeller oftmals erste Wahl. Ich nutze seit Jahren den Mustang III, ich finde dessen Fender-Sounds alle sehr brauchbar. Ich habe mir diverse Sounds getweakt, sind aber nicht mehr als 5-6 die pro Abend zum Einsatz kommen. Ich folge da eigentlich klassischen Mustern, soll heissen Reverb/Delay + OD + Modulation (bei Bedarf, meistens Tremolo). Diesen Sound könnte ich auch mit einem Deluxe Reverb oder einem AC30 und ein paar Pedalen sofort nachbauen, aber so habe ich eben Gitarre - Kabel + Amp und dass EINE Fusspedal, der Tuner ist auch schon drin. Als Backup habe ich dieses Mini-Tonelab, das zur Not auch einen Abend seinen Dienst tun würde. Wenn mal ein besoffener ein Bier drüber ausleert, würde jetzt keine große Trauer ausbrechen, da die Wiederbeschaffungskosten sich absolut in Grenzen halten.

Bislang hat sich niemand über den Sound beschwert, eher im Gegenteil. Ich spiele aber auch nicht für Gitarristen (schon recht nicht für Forennerds ;-), sondern für den normalen Konsumenten. Aufm Platz gelten da andere Regeln ;)

Im Studio kommen meine Röhrenboliden zum Einsatz, für Skizzen nutze ich ausschließlich Guitar Rig oder ähnliches.
Zuletzt geändert von Big Al am Dienstag 17. Januar 2017, 14:11, insgesamt 1-mal geändert.
Denk da lieber nochmal drüber nach (Stoppok)
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon FretNoize » Dienstag 17. Januar 2017, 14:10

Ich mag Modeller für "nicht normale" Sounds. Ich hab mein Axe-Fx schon lange nicht mehr zum Aufnehmen verwendet, mir macht die Arbeit mit Röhre und IsoCab einfach zuviel Spaß um jetzt was anderes für Brot- und Buttersounds zu verwenden. Abgesehen davon ist mein Axe-Fx meistens im Proberaum. Aber je nachdem, welches Genre ein Musiker bedient, will ein Produzent einfach mal andere Songs, nicht die millionste LP-Marshall-Greenback Inkarnation, sondern eher Synthie-Klänge mit dem besonderen Etwas.

Ausserdem bieten Modeller oft eine bessere Integration der Effekte an, will heißen, von Delay bis Vibrato ist alles zeitsynchronisiert, und es ist viel einfacher z.B. die Tiefe des Tremolos durch die Lautstärke des Eingangssignals steuern zu lassen, und das alles in soundlicher Topqualität.

Weiterhin liebe ich Stereo-Effekte. Die Gitarre wird richtig mächtig mit einem Ping-Pong-Echo, das nach rechts/links gepannt wird.

Nochwas: Die derzeit abnehmende Qualität der Röhren läßt einen Modeller völlig unberührt.

Ich verwende witzigerweise meinen Modeller derzeit völlig ohne die Modelling-Komponente nur als Obersahne-Effektgerät in meinem Akustiktrio. Dafür kann man Modeller also auch brauchen ;)

Wenn ich wieder E-Gitarre in einer Kombo spiele, werde ich höchstwahrscheinlich weiterhin InEar spielen. Auch hier wieder ein Vorteil eines Modellers. Keine Box, keine LoadBox, gar nix nötig. Und auch hier kann ich dann Stereo spielen wenn ich will.

So gesehen... wer braucht keinen Modeller? ;)
Aloha,
Holger

Ich kann zwar nichts Sachdienliches zu irgendeinem Thema beitragen, aber ein bisschen Verwirrung geht immer.
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