Modeller, wer braucht die?

Amps, Boxen, Speaker & Co.

Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Plaid » Dienstag 17. Januar 2017, 19:42

Roger X hat geschrieben:Hi,
was mich immer wundert, wenn hier von Top40/Coverbands gesprochen wird,
gibt es überhaupt noch Coverbands, die tatsächlich live spielen?
Was ich hier in der Gegend so erlebe: die Musik läuft vom Laptop, die Musiker markieren auf der Bühne und wenn der Gesang weiterläuft
während der Sänger ein Schluck Bier nimmt amüsiert sich das Publikum, stört sich aber nicht weiter daran.
Da steht dann auch weder ein Modeller noch ein Röhrenamp hinter dem Gitarristen.
Gehört nicht wirklich zum Thema, aber die Frage mußte ich mal stellen. :evil:


Hallo!
Da habe ich ehrlich gesagt noch nie von gehört. Ich kenne sehr viele Coverbands und Vollplaybacks gibt es dort nicht. Üblich sind in dem Bereich Teilplaybacks, kenne kaum eine Band in dem Bereich, die das nicht benutzt. Finde ich auch vollkommen in Ordnung, da es hier oft um Firmen-Jobs geht bei denen man in direkter Konkurrenz zu DJs steht. Die Leute dort wollen einfach tanzen und eine gute Zeit haben, die Band ist gut, wenn viel Bass da ist, ne riesen Lightshow und das Ganze wie das Original klingt. Kunst sucht da niemand ;-). Wenn eine Dance-Nummer im Original 4 Keyboards hat, kommen halt 3 aus der Dose. Hab noch nie erlebt, dass sich jemand beschwert hat, warum auch, die Band erfüllt die Funktion des CD-Players plus Animation. Das ist dann aber auch der Semi- bis Profi-Bereich, wo es ein Geschäft ist. Bei einer Blues-Rock-Band in einer Kneipe fänd ich das weniger angebracht. Also für mich ist da der Kontext wichtig...
Viele Grüße,
Frank
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon partscaster » Dienstag 17. Januar 2017, 19:47

Plaid hat geschrieben:
Roger X hat geschrieben:Hi,
was mich immer wundert, wenn hier von Top40/Coverbands gesprochen wird,
gibt es überhaupt noch Coverbands, die tatsächlich live spielen?
Was ich hier in der Gegend so erlebe: die Musik läuft vom Laptop, die Musiker markieren auf der Bühne und wenn der Gesang weiterläuft
während der Sänger ein Schluck Bier nimmt amüsiert sich das Publikum, stört sich aber nicht weiter daran.
Da steht dann auch weder ein Modeller noch ein Röhrenamp hinter dem Gitarristen.
Gehört nicht wirklich zum Thema, aber die Frage mußte ich mal stellen. :evil:


Hallo!
Da habe ich ehrlich gesagt noch nie von gehört. Ich kenne sehr viele Coverbands und Vollplaybacks gibt es dort nicht. Üblich sind in dem Bereich Teilplaybacks, kenne kaum eine Band in dem Bereich, die das nicht benutzt. Finde ich auch vollkommen in Ordnung, da es hier oft um Firmen-Jobs geht bei denen man in direkter Konkurrenz zu DJs steht. Die Leute dort wollen einfach tanzen und eine gute Zeit haben, die Band ist gut, wenn viel Bass da ist, ne riesen Lightshow und das Ganze wie das Original klingt. Kunst sucht da niemand ;-). Wenn eine Dance-Nummer im Original 4 Keyboards hat, kommen halt 3 aus der Dose. Hab noch nie erlebt, dass sich jemand beschwert hat, warum auch, die Band erfüllt die Funktion des CD-Players plus Animation. Das ist dann aber auch der Semi- bis Profi-Bereich, wo es ein Geschäft ist. Bei einer Blues-Rock-Band in einer Kneipe fänd ich das weniger angebracht. Also für mich ist da der Kontext wichtig...
Viele Grüße,
Frank


Wer mal mit Klick im Ohr in einer Band gespielt hat, die auch Sounds "einfliegt", weiss, dass das sogar eine größere Herausforderung darstellt, wenn es gut sein soll. Vollplayback habe ich in dem Bereich auch noch nie erlebt.

Grüße
Michael
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Aabye Kierkegaard)
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Magman » Dienstag 17. Januar 2017, 21:02

Big Al hat geschrieben:Ich muss sagen, dass ich z.b. in Verbindung mit der Riviera nach einem sehr altmodischen Fendersound gesucht habe. Der Mustang bietet da mit dem Champ57 und dem echten Fender Röhrenhall (also dem Modell davon) eine Möglichkeit, die ich mit keinem anderen Amp so einfach nachbauen konnte. Das klingt schon richtig dick nach den Chris Isaak-Gitarren, die für mich da eine Referenz darstellen. Da bin ich froh über die Flexibilität...


Alex du erinnerst dich vielleicht, das ich im Orangenen einen Fender Mustang Presets Thread eröffnete und immer wieder mal neues postete. Da war auch ein Preset dabei welches ich exakt nach meinem alten Twin Reverb nachempfunden hatte, eben genau diesem geilen Isaak Sound, welcher für mich am allermeisten mit Fender Sound zu tun hat. Ich hab da eeeewig lange geschraubt bis ich selbst im Zweifel war. Mit dem Mustang III V2 hörte man da keinen, wirklich keinen Unterschied mehr zu dem alten guten Original. Da war dann ein bekannter Musiker und Gitarrist bei mir im Proberaum dem ich das vorführte und der sich blind beim hin und herschalten immer verschätzt hatte. Und das war jemand, der zwei Jahrzehnte einen Twin live spielte. Du darfst zwei mal raten, was er seit ein paar Jahren als Haupt Amp spielt :mrgreen: Clean- und angecrunchte Sounds sind die Stärke eines Modelers und mit einem guten Pedal davor verhält sich so ein Amp wie ein Röhrenamp auch. Wie zB der amüsant III zusammen mit einem Zendrive. Hammer!
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Duke » Dienstag 17. Januar 2017, 21:36

Finde, dass es irgendwie nichts Praktischeres als einen Modeller gibt.

Mein Fractal AX8 nutze ich eigentlich immer mit einem Sound (i.d.R. einen AC15, kann aber auch mal ein Marshall sein) dazu kommen dann die internen Effekte (Wah, Compressor, Booster, Fuzz, Trem, Rotary, Delay und manchmal Vibe bzw. Reverb).

Packe z. Z. halt vier Boxen ein. 2x fürs Publikum und 2x für die Bühne. Klingt tierisch und klappt in jeder Location für Gitarre + Gesang und wenn es klein ist sogar auch noch für den Bass. Seitdem es sehr gute IRs gibt, ist es IMO fast egal, was man als Box zum Verstärken nimmt, funktionieren alle gut. Alle können sich gut hören, die Lautstärke lässt sich einfach dosieren.

Updates hab ich schon seit langem nicht mehr gemacht, glaube aber auch nicht mehr, dass es besser geht. Zum Rumspielen hatte ich in den letzten Monaten schlicht keine Zeit - macht aber halt auch Spaß, werde ich demnächst mal wieder intensivieren.
Zum Aufnehmen könnte ich es hin und wieder mal auspacken, komme aber, so wie es aussieht, mit den gemodellten Ampstereotypen (Fender, Vox, Marschall) + TS/RAT/Fuzz von UAD auch schon bestens klar.

Ein Verstärker hat natürlich nochmal einen ganz eigenen Charme. Ist auch sicherlich immer noch die Referenz. Meine 1x12-er Box werde ich auch für immer behalten.. Brauchen tu ich den Kram aber letztlich nicht mehr. :kopf_kratz01:
LG
Uwe
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Loki » Mittwoch 18. Januar 2017, 09:41

Nur auf den Sound bezogen haben glaube ich die klassischen Röhren oder Transistorverstärker heute keine Existenzberechtigung mehr. Was die können, kann ein (guter) Modeller für den Zuhörer auch. Und mehr.

Ich hab ja auch 2 kleine Modeller, greife aber meist doch zur Röhre. Da wird dann das Einschalten zelebriert, während es beim IDCore nur ein anknipsen ist.

Ist für mich wie Lesen: Da will ich umblättern und einfach Papier in den Händen halten. Die Worte sind auf dem eBook die gleichen und doch ist es was anderes. Für mich als Leser. Wem ich das vorlese, für den ist es identisch.
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Batz Benzer » Mittwoch 18. Januar 2017, 09:50

Schöne Analogie! :thumbsup03:
"Lennon was the soul of the Beatles, Harrison was the spirit, Paul was the heart, and Ringo was the drummer."

- George Martin
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon SilviaGold » Mittwoch 18. Januar 2017, 10:06

oder...

Es ist wie beim Weintrinken.
Durch viel probieren wird sich erst der feine Geschmack entwickeln...man lernt die Nuancen kennen.
Den ausgewählten edlen Tropfen schenkt man dann nicht in großer Runde aus :lol: ...da geht dann irgendwie das besondere verloren.

LG Andrea
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon Paulasyl » Mittwoch 18. Januar 2017, 11:25

Es gibt so viele Prämissen, Voraussetzungen, Umstände etc. dass ich diese Frage nicht einmal für mich selber vernünftig beantworten kann. Es gibt zum Beispiel Software, die man grundsätzlich dem Modelling zurechnen muß, die klingt dermaßen authentisch, dass ich auf die Flossen gucken muß um zu sehen, ob ich spiele. Und das notfalls komplett für lau (Hier als Tip: die Simulanalog Suite, dazu eine ordentliche Speakersimulation mit Impuls-Resonanz-Files) und für jeden verfügbar. Damit könnte man sogar ein Live Rig konzipieren. Das ist wiederum zu viel Gebastel. Aber auch nicht mehr als ein Einkanaler mit fettem Stressbrett. Der ist möglicherweise etwas dynamischer, aber gerade auf jener Bühne müssen eh ein paar Mitten weg. Geht das jetzt einfacher im 10 Band EQ im Rechner oder per Android-Software im Modeller-Combo oder doch am Marshall 100W Viech? Ich schlage mich da gar nicht mehr mit Glaubensfragen oder dogmatischen Grundeinstellungen rum, sondern mache, auf was ich gerade Lust habe. Und wenn ich weiß, dass der "Sound in my Head" an einem Mittwoch um 16.53 h mit Amp X und Box Z zu erreichen ist, dann mache das eben so. Und Lieschen Müller macht "ihren" Sound halt anders. Und möglicherweise schiebt irgendwer die Spuren übereinander und es klingt gleich - oder beides gut, doch anders...

Seien wir einfach dankbar, dass die meisten von uns - vor allem im gesetzten Alter - die Möglichkeit für mehrere Lösungen in Kellern, Wohnzimmern und Proberäumen verteilt und immer zu Verfügung haben. (BTW: Ich glaube, ich habe mein Setup in den letzten 5 Jahren noch nie länger als 4 Wochen gleich gelassen und wenn nur anders verkabelt wurde....)
Mein Körper besteht zu 65% aus Müdigkeit, der Rest ist Hunger.
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon setneck » Mittwoch 18. Januar 2017, 11:38

Roger X hat geschrieben:Hi,
was mich immer wundert, wenn hier von Top40/Coverbands gesprochen wird,
gibt es überhaupt noch Coverbands, die tatsächlich live spielen?
Was ich hier in der Gegend so erlebe: die Musik läuft vom Laptop, die Musiker markieren auf der Bühne und wenn der Gesang weiterläuft
während der Sänger ein Schluck Bier nimmt amüsiert sich das Publikum, stört sich aber nicht weiter daran.
Da steht dann auch weder ein Modeller noch ein Röhrenamp hinter dem Gitarristen.
Gehört nicht wirklich zum Thema, aber die Frage mußte ich mal stellen. :evil:

Deine Frage erschreckt mich ein wenig :o .
Ich spiel jetzt seit ca. 30 Jahren ausschließlich Covermucke und habe noch nie Halb- oder gar Vollplayback gespielt! Allerdings weniger TOP40 Zeugs, daher "ein wenig" ;) . Ich habe in den letzten Jahren einige solcher "Coverbands" erlebt, wenn es nicht gerade meine Vorband ist, verabschiede ich mich dann gleich wieder.
Schöne Jrööss,
Thomas
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Re: Modeller, wer braucht die?

Beitragvon muelrich » Mittwoch 18. Januar 2017, 13:11

Tja, immer diese Analogien.

Lesen tue ich (fast ausschließlich) nur noch am ebook-reader (mir fällt sonst der dicke Schinken ins Gesicht, wenn ich einschlafe) ...
Musik höre ich /fast ausschließlich) nur noch spotify oder mp3 von meinem server (weils einfach bequemer ist) ....

Bloß unter den Füßen hab ich jetzt wieder ganz viel bunte Treterlein. Aber bequemer wars mit dem BOSS ME-80 schon ....
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