Amps und Stromversorgung

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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Roger X » Donnerstag 11. Mai 2017, 17:05

Ja der Strom...
habe mir schon angewöhnt, wenn ich mal wieder Mist spiele:

"heute ist der Strom aber mal total schlecht" als Entschuldigung zu äussern :D

Unser Proberaum ist 10 Meter von der 4-gleisigen Rheintalbahn entfernt mit reichlich Verkehr, wir sind zwar gut abgeschirmt, bemerken
aber heftige Spannungsschwankungen, die sich hörbar auf den Klang auswirken.
Grüße
roger
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Nominator » Donnerstag 11. Mai 2017, 17:48

Hi,

mal zur Klarstellung: seit 1987 beträgt die Nennspannung 230V und nicht mehr 220V.

In der Tat scheint es Amps zu geben, die recht empfindlich auf die Spannungshöhe reagieren. So auch mein 72er Super Reverb- den stelle ich in solchen Fällen einfach auf 220V am Spannungswahlschalter.
Der 135er Twin ist da unempfindlicher.

Natürlich gibt es vom Versorger her Netzspannungsschwankungen nach oben und nach unten (+/-10%). Trotzdem kann die Spannung noch mehr nach unten gehen wenn die elektrische Installation a) sehr alt ist und dann noch b) 50m Kabeltrommeln benutzt werden, die die gesamte Anlage incl. rgendwelcher alten Scheinwerfer versorgen. Dann kommt nicht mehr viel hinten aud der Steckdose heraus. Ich habe schon in locations gespielt da steigt mein V-Amp aus und bootet neu (hab's mal geprüft: er steigt erst beit ca. 187V aus.....) In solchen Situationen merkt man aber auch dass die normale Beleuchtung in die Knie geht.

Multimeter kann man ab 5€ kaufen...dann weiß man mehr.

Gruß
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Paulasyl » Donnerstag 11. Mai 2017, 18:04

Ich bin sehr sicher, dass die Spannungsversorgung bei den meisten Anbiertern deutlich mehr als die vorgesehenen 10% schwankt. Ne anständige USV z.B. ballert einen mit Mails zu, weil sie dauernd massive Abweichungen nach unten kompensieren muss...
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon heiko7471 » Donnerstag 11. Mai 2017, 19:19

Jau, das ist kein Voodoo, das ist Physik ... wenn am Amp weniger Volt als geplant ankommen, dann klingt der auch anders ... es gibt ja da diese Mythen um Van Halens Brown Sound auch mit der "Variac"-Variante - sprich man regelt absichtlich mit einem - ich sag mal so für Normalsterbliche etwas wie einem großen Dimmer - absichtlich die Netzspannung herunter, damit der Amp anders klingt und vor allem zerrt.

Der Amp1 ist da - Vorsicht Kalauer - dank Schaltnetzteil "entspannt" und läuft schon mit 100 Volt (und falls man mal im Ausland spielt auch mit 60 statt 50 Hertz)
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Nominator » Donnerstag 11. Mai 2017, 19:27

Hi,

was die Netzversorger betrifft bezieht sich die max. Abweichung auf den Übergabepunkt im Haus. Was danach kommt ist dann Privatsache. Wenn du am Hausanschlusskasten -10% hast, kann es sein dass wegen maroder Installationen und Verkabelungen im Haus an der letzten Steckdose dann z.B. -20% hat...

Das gleiche betrifft übrigens auch die Wasserversorgung: dort wird ein minimaler Druck an der Wasseruhr garantiert, was Du dann in der 5. Etage hast ,kann auf Grund verkalkter Wasserleitungen nur noch ein Bruchteil dessen sein.

Gruß
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Duke » Sonntag 14. Mai 2017, 10:28

Diet hat geschrieben:Moin,

so, wie es aussieht reagieren Amps auf sowas wohl auch unterschiedlich.
An der Stromquelle, an der mein Deluxe so grottig klang hing z.B. auch Jogis Tweed Blues Deluxe und der klang da klasse.

Am gleichen Strang wie Peters kränkelndem Princeton hing auch der kleine Tweed Pro , wenn ich mich nicht irre.
Und der klang da wiederum auch total klasse.

Beide betroffenen Amps sind Fender Reverb Amps, vielleicht sind die ja besonders empfindlich :kopf_kratz01:

Sch...stromdreckmist :motz01: ;)

Gruß Diet


Carstens Blues Junior hing da auch dran und klang gut wie immer.
An der Dose vom Peter hing auch der Acoustic vom Uwe, ebenfalls tadellos... :kopf_kratz01:

Die PA (also die Yamaha DXR10), die normalerweise echt gut klingen, hatte ich vorher so auch noch nicht gehört. Irgendwie drucklos und bei der auf der Session eingestellten Lautstärke wäre uns an anderer Stelle der Kit aus der Brille geflogen.

Sch...stromdreckmist :motz01: ;) => genau!
LG
Uwe
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon M. L. Schwan » Sonntag 14. Mai 2017, 11:02

Also wenn ich da mal kurz einhaken darf..

Wir hatten mal vor Jahren unsere PA bei einem Gig versehentlich an eine eigentlich für Licht vorgesehene, gedimmte (halb aufgedrehte) Steckdose angeschlossen.
Die ganze Prozedur bis wir da draufgekommen sind spare ich mir jetzt aber ich finde die Auswirkungen ganz interessant:
Beim Schlagzeugsoundcheck haben wir überhaupt nichts gemerkt. Das Problem wurde erst beim Checken des Bass evident. Es war so, als ob ein Gate eingeschaltet war. Sprich der Attack war okay aber der Bass ist schell und unnatürlich ausgeklungen. Ich erkläre mir das Phänomen mit den (Ent-)Ladevorgängen der Kondensatoren in der StrVs der Endstufe. Zum Soundcheck der Gitarre sind wir übrigens überhaupt nicht gekommen, wobei der Verstärker gar nicht an der gedimmten Steckdose hing.
Viele Grüße
- Der Schwan -
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon MonacoFranke » Sonntag 14. Mai 2017, 13:02

Duke hat geschrieben:
Carstens Blues Junior hing da auch dran und klang gut wie immer.
An der Dose vom Peter hing auch der Acoustic vom Uwe, ebenfalls tadellos... :kopf_kratz01:

Die PA (also die Yamaha DXR10), die normalerweise echt gut klingen, hatte ich vorher so auch noch nicht gehört. Irgendwie drucklos und bei der auf der Session eingestellten Lautstärke wäre uns an anderer Stelle der Kit aus der Brille geflogen.

Sch...stromdreckmist :motz01: ;) => genau!


Also ich könnte mir vorstellen, dass unterschiedliche Verstärker auch unterschiedlich auf Stromschwankungen reagieren. So könnte zB der Ruhestrom bei einem Röhrenamp zu heiß eingestellt sein wie es dem Blues Junior oft nachgesagt wird. Mit etwas weniger Strom kann er dann immer noch gut (vielleicht sogar besser?) klingen. Und hat nicht auch Eddie Van Halen seinen Marshall mit geringerer Stromzufuhr bearbeitet? Ich dachte ich erinner mich vage an ein Interview aus den 80ern....


Ich habe nur folgendes Zitat im Internet gefunden:

Die Verstärkung für sein filigranes Gitarrenspiel übernahmen lange Zeit Marshall-Amps, bei denen Eddie die Stromspannung senkte. Dass Vakuum-Röhren in Instrumentalverstärkern bei Änderung der Spannung ihren Sound verändern, war damals schon keine Weisheit mehr und so schraubte Eddie an den Amps, bis sie ihm den Sound und die Ansprache lieferten, die er liebte. Dass dies aber nicht unbedingt die Lebenserwartung eines Verstärkers erhöht, ist auch klar, und so wechselte van Halen, als die Zuverlässigkeit seiner „frisierten“ Marshalls nachließ, in den frühen Neunzigern zu Soldano-Amps, genauer gesagt zum Modell SLO 100, welches damals auch viele angesagte Gitarristen wie Steve Vai oder Joe Satriani zu ihrem Amp machten.
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Blumenpflücker » Sonntag 14. Mai 2017, 20:56

Mal ein ganz platter ERklärungsversuch nach Ohmschen Gesetz. Geht die Spannung runter brauchst mehr Strom um die Aufnahmeleistung des Amps zu liefern. Dies führt zu weiterem Spannungsfall, da die Leistung von der Zuleitung ja nicht geliefert wird. = Das Netzteil des Amps bekommt nienich sein benötigtes "Futter" um gut zu arbeiten. Bis zu einer gewissen Unterspannung funzt das mit eben den Effekten "undefinierter Ton", matschig,drucklos, undefiniert, keine Impulstreue. Wenn die Spannung zuweit abfällt geht dann halt nix mehr.
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Re: Amps und Stromversorgung

Beitragvon Nominator » Dienstag 16. Mai 2017, 22:17

Ein interessanter Erklärungsversuch,,,,aber wie erklärst Du damit, das eben diese Amps z.B in den USA bei einer Netzspannung von nur 110V einwandfrei funktioniern und auch klingen...und bei uns funktionieren diese Amps auch wenn man sie mit einem Vorschalttrafo betreibt der von unseren 230V.Netzspannung 110V macht...??? Fragen über Fragen....
Gruß
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