Keyboarder und PA vs. Amp

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Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon uwich » Samstag 20. Dezember 2014, 10:31

Moin,

ich hatte vorgestern ein nettes kleines Erlebnis im Proberaum meiner kürzlich gegründeten 2. Band. Wir spielen mit 2 Gitarren, Bass, Drums und Keyboard/Saxophon. Im Proberaum steht eine etwa 30 Jahre alte JBL - Bassbox rum (ich glaube 2x15'') und wir fragten uns, ob wir die irgendwie im Probraum verwursten können.

Eigentlich dachte ich, ich hätte noch einen dazu passenden alten Solton - Transistorbassamp und wollte diesen schnell holen, da ich fast neben dem Proberaum wohne. Leider muss ich den wohl irgendwann verkauft haben. Darum brachte ich alternativ meinen zum TopTeil umgebauten Laney Cub10 mit, um mal zu schauen, ob da was geht. Diese schlossen wir an die Box an und stöpselten den Keyboarder mit seinem Korg SP250 an, der sonst über die kleine PA im Proberaum lief.

Der Sound war geil, die B3 und Rhodes - Simulationen lebten plötzlich und der sonst eher zurückhaltene Keyboarder spielte sich fast schon in Trance. Beim Orgelsolo dehnte er dieses auf doppelte Länge aus, ohne dies überhaupt danach registriert zu haben. Die Sonne ging soundtechnisch und in unseren Gesichtern auf.

Offensichtlich scheint auch einem Keyboarder, der eher auf alte E-Orgel und E-Piano-Sounds steht, ein Röhrenamp evtl. gut zu tun.

Probiert es ggf. mal aus und stöpselt Euren Tastenfreund heimlich in Euern Amp.......
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Magman » Samstag 20. Dezember 2014, 10:58

Oh ja da hast du etwas angesprochen. Gerade eine Hammond, oder auch ein Rhodes, etwas rockig bedient fühlt sich auch über einen guten Röhrenamp viel viel besser an und klingt dann auch entsprechend. Ich kann gut nachfühlen wie es eurem Tastenmann erging.
Ich hatte meinem ehemaligen Hammondspieler auch eine Anlage zusammengestellt, speziell für Livegigs. Das waren zwei Carvin Vintage16 Combos welche stereo über ein H&K Rotosphere liefen. Hammer!
Dann brachte er mal sein Rhodes MKI mit zur Probe und testete nen Tubemeister5 Combo. Der wollte gar nicht mehr aufhören zu jammen :banana01: ...ich erinnere mich noch heute an diese Probe. Wahnsinn was da so alles ging plötzlich!
Das ist wie bei uns mit der Gitarre, vom Klang her ist auch eine Transe oder ein Modeller super, aber vom Feeling und Touch her ist ein Tubeamp nie zu ersetzen. Was dabei viele vergessen, man spielt dadurch auch ganz anders!

Euch weiterhin viel Spaß 8-)
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Ferdi » Samstag 20. Dezember 2014, 14:08

Magman hat geschrieben: vom Feeling und Touch her ist ein Tubeamp nie zu ersetzen. Was dabei viele vergessen, man spielt dadurch auch ganz anders!


"Klang" ist nur EINE relevante Kategorie.

Ich kann dieses ganze Gefasel (sorry) über diese ganzen modernen Amps und Effekte usw keinen Millimeter nachvollziehen.
Für mich war jede Erfahrung mit diesen enttäuschend, auch bei Axe (die immer klingt wie eine E-Gitarren-Aufnahme aus einer Hifi-Anlage) und Kemper (es darf jeder und jede anderer Meinung sein).

Auf dem letzten Freischlader-Konzert (worüber ich den Mantel des Schweigens decken möchte, wird mir aber nicht gelingen, siehe unten) spielte "Mr Mo" seine Hammond über einen HIWATT über eine echte Lesliebox, und ein Rhodes-Derivat über einen Super Reverb. Tja, so geht "Sound". Ich hab das ganze Konzert über davor gestanden. Leider wurde Mr Mo nie wirklich von der Kette gelassen, ebenso wie Bass & Drums, alle waren degradiert, dem großen Meister zuzuarbeiten. Schade, schade, schade.


Es gibt aber auch enttäuschende Röhrenamps, das sollte man nicht vergessen. Jemand hat mir letztens einen Deluxe Reverb in paradiesapfelrotmetallic mit custom paisley-Muster vorgeführt - boah, klang die Kiste erbärmlich. Plattkomprinmiert, undynamisch, drucklos, unharmonisch, gefühlt null Power. Hat 1400 gekostet und war richtig mies, fand ich.
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Magman » Samstag 20. Dezember 2014, 15:26

Ferdi hat geschrieben:
Magman hat geschrieben: vom Feeling und Touch her ist ein Tubeamp nie zu ersetzen. Was dabei viele vergessen, man spielt dadurch auch ganz anders!


"Klang" ist nur EINE relevante Kategorie.

Ich kann dieses ganze Gefasel (sorry) über diese ganzen modernen Amps und Effekte usw keinen Millimeter nachvollziehen.
Für mich war jede Erfahrung mit diesen enttäuschend, auch bei Axe (die immer klingt wie eine E-Gitarren-Aufnahme aus einer Hifi-Anlage) und Kemper (es darf jeder und jede anderer Meinung sein).


Ferdi du darfst nicht vergessen, etwa 90 Prozent aller Forenuser spielen meist Zuhause und alleine für sich. Das ist die eigentliche Kundschaft für Axe, Kemper und Co. Nur wenige haben jemals das "Gefühl" eines Röhrenamps erleben dürfen. Und klar, es gibt auch viele "tote" Tubeamps, was allerdings auch nur sehr wenige merken weil diese oft nur wegen der Optik gekauft werden so wie viele Gitarren auch. Diese Wahrheiten wollen allerdings die meisten gar nicht gerne lesen was ich auch gut verstehen kann sonst wären die ganzen Gitarrenforen nämlich auch tot.

Nicht lange her hatte ich Besuch eines Kollegen der mir mit Stolz seinen Kemper samt Blueamps 212 Aktivbox vorstellte. Klang auch wirklich gut aber hatte für mich absolut null Response. Da kam aber echt gar nix rüber. Ihm war/ist das aber egal, er mag mit so viel Amps wie möglich experimentieren und dafür ist das Ding wiederum gut.
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon partscaster » Samstag 20. Dezember 2014, 15:35

Irgendwie klar: Orgeln und Rhodes wurden ja früher auch per Röhrenamp verstärkt - und werden es ja heute noch, wenn möglich. Ne Hammond ohne Leslie? Nääää! Da ist man also auch konditioniert... :mrgreen:


Ferdi hat geschrieben:Ich kann dieses ganze Gefasel (sorry) über diese ganzen modernen Amps und Effekte usw keinen Millimeter nachvollziehen.
Für mich war jede Erfahrung mit diesen enttäuschend, auch bei Axe (die immer klingt wie eine E-Gitarren-Aufnahme aus einer Hifi-Anlage) und Kemper (es darf jeder und jede anderer Meinung sein).


Kommt immer drauf an, was man will: John Petrucci über nen 18Watter mit 2x12er ist irgendwie genauso unpassend - für mich - wie Brian Setzer mit nem Effektbeladenen Sound aus dem AxeFX. :lol:
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Batz Benzer » Samstag 20. Dezember 2014, 15:38

Magman hat geschrieben: etwa 90 Prozent aller Forenuser spielen meist Zuhause und alleine für sich. Das ist die eigentliche Kundschaft für Axe, Kemper und Co.


Da bin ich mir nicht so sicher, denn das stellt sich mir schon anders dar: Liest man im orangenen Nachbarforum mit, sieht man ,wie viele dort Gerätschfaten a la Axe und Kemper live und im Studio auffahren. Auch fällt mir der ein oder andere nationale wie internationale Profi ein, der Modeling/Profiling live nutzt.

Wobei ich ebenfalls der Meinung bin, dass diese Techniken Abbilder gemikter Amps darstellen und als solche nicht zum "Amp-im-Raum"-Gefühl taugen. Aber auch das sehen manche überzeugten User anders, und ich bin stets geneigt, alle Meinungen wahrzunehmen, auch wenn sie nicht meiner Wahrnehmung entsprechen.

Lieben Gruß,

Batz. :smoke01:
"Lennon was the soul of the Beatles, Harrison was the spirit, Paul was the heart, and Ringo was the drummer."

- George Martin
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Ferdi » Samstag 20. Dezember 2014, 16:41

Es geht nicht nur um "Klang" ... wenn man eine Akustikgitarre mikrofoniert und sich das Signal beim Spielen auf Kopfhörer gibt, ist es womöglich derselbe Klang, aber dennoch etwas ganz Anderes.

90 % zu Hause-Spieler? Glaub' ich nicht.
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Diet » Samstag 20. Dezember 2014, 23:41

Ferdi hat geschrieben:Es geht nicht nur um "Klang" ... wenn man eine Akustikgitarre mikrofoniert und sich das Signal beim Spielen auf Kopfhörer gibt, ist es womöglich derselbe Klang, aber dennoch etwas ganz Anderes.

90 % zu Hause-Spieler? Glaub' ich nicht.


Das mit den 90 % glaube ich auch nicht.
Aber es gibt meiner Meinung nach wirklich diese zwei Klangwelten. Die "rohe Röhre" und sowas, was ich mal "processed sounds" nenne.
Letzteres klingt immer wie das, was man von einer CD hört. Die "rohe Röhre" aber eben wie purer Amp ins Gesicht.
Wobei meiner Meinung nach die "rohe Röhre" fast mehr mit Gefühl als mit Klang zu tun hat. Aber das hast Du im Beispiel Akustik mikrofoniert ja auch so geschrieben.

Beides hat seine Vorteile! Und das für mich geilste ist: Ich komme mit beiden Welten sehr gut klar und mag beide sehr gerne! ;) :smoke01:

Gruß Diet

P.S.: Dieser Beitrag ist noch gar nicht da! Er erscheint erst in einer Stunde! ;)
Jedenfalls wird das so angezeigt. Im persönlichen Bereich habe ich bei "Jetzt ist Sommerzeit" das "Nein" angeklickt. Muss ich noch was anderes tun, damit die Zeit richtig angezeigt wird?
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon Diet » Sonntag 21. Dezember 2014, 00:04

Magman hat geschrieben: Nur wenige haben jemals das "Gefühl" eines Röhrenamps erleben dürfen.


Hey Martin, naaa, nu ma halblang :shock: ;)
Ich glaube, das haben hier schon die meisten ;)

Gruß Diet
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Re: Keyboarder und PA vs. Amp

Beitragvon partscaster » Sonntag 21. Dezember 2014, 00:51

Diet hat geschrieben:
Magman hat geschrieben: Nur wenige haben jemals das "Gefühl" eines Röhrenamps erleben dürfen.


Hey Martin, naaa, nu ma halblang :shock: ;)


Vielleicht hat der Martin da ganz besondere Erfahrungen *hier bitte kopulierende Bananen einfügen* :shock:

@Magman: :P :P :P

:muahaha:

:undwech:
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