Pigtronix Rototron

Besprechungen von getestetem Gitarren-Equipment

Pigtronix Rototron

Beitragvon Diet » Mittwoch 5. November 2014, 22:37

Hi,

ein Review, dass ich auch in meiner Testwebsite hochgeladen habe.
Das Pedal hat von der Zeitschrift Guitar Player irgendeinen Award bekommen.
Keine Ahnung, was die da hören und auf was die Wert legen.

Pigtronix Rototron:

Das trotz des digitalen Vormarsches analoge Pigtronix ist komplett Stereo ausgeführt, man kann also auch bestens zwei Verstärker damit füttern und es ist natürlich auch für Keyboards ein guter Partner. Es gibt also zwei Inputs und zwei Outputs. Dazu gesellen sich erst ein mal zwei Fußschalter. Der rechte ist für An/Aus. Der linke schaltet zwischen den typische zwei Geschwindigkeiten des Leslie Effekts hin und her. Natürlich nicht abrupt, sonst wäre das Pedal sofort aus dem Rennen und durchgefallen. Nein, das typische langsame an- und absteigen der Geschwindigkeit ist hier natürlich vorhanden. Das gehört einfach zu einem Leslie-Effekt, das ist ein charakteristischer Bestandteil. Die Geschwindigkeit dieses fast schon "Nebeneffekts" ist über das Ramp Poti regelbar.
Dann gibt es jeweils einen Regler für die Geschwindigkeit der beiden simulierten Rotoren und einen Depth Regler für die Tiefe bzw. den Anteil des Effekts.

Man kann zwei Expression Pedale anschließen. Damit kann man dann per Fuß die Rotorgeschwindigkeiten regeln. Die Rotorgeschwindigkeiten per Fuß dem Songtempo anzupassen, ist eine feine Sache. Und außerdem ist es auch klasse, beide asynchron laufen zu lassen. Das blubbert :-) Außerdem ist eine Buchse für die Bremse vorhanden. Da lässt sich ein Taster/Schalter anschließen, mit dem man die Rotoren anhalten und wieder starten kann. Das ist auch eine spektakuläre Sache.

Das Pedal braucht 18 Volt über einen Netzteilanschluss ober in der Stirnseite. Ein passendes Netzteil wird mitgeliefert. Die Verarbeitung des Pedals gibt nichts zu beanstanden. Die beiden Inputs sitzen links nebeneinander, die beiden Outputs rechts gegenüber. Mono kann das Pedal natürlich auch betrieben werden. Blaue LEDs zeigen, was on ist und was nicht.

Das ist ein analoges Pedal. Ich meine, das hört man auch, denn es klingt recht warm. Im Verlauf des Schreibens ist das digitale Neo Instruments Ventilator Leslie Pedal bei mir angekommen. Das klingt z.B. deutlich anders, das sind im direkten Vergleich bei gleichem Effekt eigentlich zwei völlig unterschiedliche Pedale, was mich etwas verblüfft hat. Der Rototron klingt kompakter, wärmer und direkter. Der Ventilator transparenter, tiefer und eher analytisch. Mir fiel da glatt der Unterschied Vinyl/CD ein. Von besser oder schlechter kann man dahingehend nicht wirklich sprechen. Beide haben ihre eigene Note. Da gilt leider nur Ausprobieren und außerdem die Qual der Wahl.

Wie schon geschrieben kann man das Pigtronix Rototron mono nutzen und das klingt auch schon klasse. Aber so richtig gut wird es erst, wenn zwei Verstärker oder eine andere zweikanalige Lösung hinten dran hängt. Dann kann sich der Effekt erst so richtig entfalten und es wird groß und raumfüllend.

Leider hat man aber wohl schon bei der Entwicklung Probleme mit dem Rauschverhalten des Effekts gehabt und versucht, das mit einer Art Gate in den Griff zu bekommen. Der Effekt rauscht, und zwar merkwürdigerweise eher in den unteren Frequenzbereichen. Das Rauschen schaukelt sich rhythmisch auf, wenn man einen Akkord auf der Gitarre ausklingen lässt. Während des Ausklingens wird das Rauschen dann plötzlich abrupt gekappt und das hört man. Manchmal sogar holpernd mit "Plopp" dazu. Bei einer Orgel mit stehender Lautstärke passiert das nicht, da kann man Akkorde stehen lassen und nichts stört. Spielt man auf der Gitarre ohne lang stehende Töne oder Akkorde, dann stört das auch nicht und es klingt wirklich gut. Aber gerade das langsame Abschwellen des Effekts schreit für mich geradezu nach etwas "stehendem" und das wird dann leider erheblich gestört.

Mein subjektives Fazit:
Ich kann es leider nicht anders sagen, durch dieses Verhalten fällt das Pedal bei mir komplett durch. Getestet habe ich es mit der Strat, Tele und ES 135 und mit dem Fender Deluxe Reverb und dem Marshall Bluesbreaker Combo mono und mit beiden Verstärkern kombiniert. Der negative Rausch/Gate-Effekt war immer da. Für mich subjektiv und für meine Spielweise mit der Gitarre ist es daher leider unbrauchbar.

Gruß Diet
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