Dörrer SUMO Ozeki

Besprechungen von getestetem Gitarren-Equipment

Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Magman » Samstag 23. September 2017, 11:06

Hier ein Review welches ich bereits vor 4 Jahren verfasst hatte in einem Nachbarforum. Da ich nun Besitzer dieses tollen Amps bin sollte es auch unbedingt hier in unsere schöne Bude ;) Natürlich werde ich dieses Review durch neue Beiträge und neue Erfahrungen aktualisieren. Hier hatte ich ja bereits etwas über meinen neuen Amp geschrieben.



Dörrer SUMO Ozeki .....oder der Aufstand der farbigen Zwerge :P

Ich war mal wieder unterwegs um ein paar Amps zu testen. Meine Gitarre, die Nick Page Thinline Telli war natürlich mit im Gepäck. Ich war im Neustädter Gitarrenstudio bei Karl Dieter, der neben seinen tollen Gitarren auch immer ein paar leckere Amps in seinen schönen Räumen hat. Dort kann man in aller Ruhe testen und auch mal richtig aufdrehen ohne dass gleich jemand den bösen Finger hebt und ebenso schaut.

Ich hab dort u.a. 7ender, Tone King, Cream und Artesound Amps angetestet und auch einen ganz spärlich ausgestatteten Amp namens Dörrer SUMO Ozeki. Um genau diesen Amp soll es hier nun auch gehen. Dahinter steckt Steffen Dörrer, der u.a. auch die THC Amps mitentwickelt. Diese dürften vielleicht einigen Leuten eher bekannt sein.

Rein optisch ist der SUMO beim ersten Betrachten vielleicht nicht gerade ne Granate, dafür aber tonal - und was für eine! Meine lieben Herren 7ender, Marshall, DrZ und Co - zieht euch warm an denn mit diesem grünen unscheinbaren kleinen Sumokämpfer bekommt ihr mächtig Konkurrenz!

Steffen Dörrer bietet passend zu seinem Amp eine offene 1x12 sowie zwei verschiedene 2x12er (Hoch- und Querformat) an - auch alle wie das Head von ihm selbst gebaut. An Bord aller immer der Eminence Cannabis Rex. Gute Speakerwahl wie meine Ohren feststellen konnten.
Zusammen mit der Doppelzwölfer bringe ich so manchen Drummer ins schwitzen. Die kleine 112er reicht aber auch schon um sich gut durchzusetzen, es ist ausreichend Headroom vorhanden.
Der Amp leistet je nach Röhrenwahl etwa 10-12 Watt, zumindest ist es so angegeben. In einem anderen Testbericht wurde der Amp mit einer 6L6 mit etwa 18 Watt gemessen was mir allerdings etwas übertrieben scheint.

Viele Leute können sich vielleicht nicht wirklich vorstellen, sich damit wirklich durchzusetzen - wer es nicht selbst "erlebt" hat sollte es tun und wird hier mit absoluter Sicherheit eines besseren belehrt. Der Amp kann zusammen mit der richtigen Box mächtig viel Druck aufbauen.
Man kann ihn je nach Gusto mit einer EL34, oder einer 6L6 betreiben, also tonal eher britisch, oder amerikanisch angehaucht. Ich hatte ihn mit einer EL34 im Sockel getestet. Das kleine Topteil wiegt gefühlte 10-12 Kilo, da sitzt ein richtig fetter und guter Trafo drin welcher für ausreichend Headroom und guten Tone sorgt. Überhaupt sollte man sich die Verarbeitung mal genauer anschauen, das ist ganz ganz großes Amp-Kino!


Tacheles:

Ab ans Kabel - alle Regler am Amp sind wie immer bei mir auf 12 Uhr gestellt, das Gitarrenvolumepoti meiner Telli ist zu und dann wird gefühlvoll hochgeregelt: Wowwwww was ist das ein geiler Sound, welch eine supertolle Kompression, welch ein irre guter TONE! Ich hab ja schon sehr viele gute Einkanaler gespielt, u.a. auch nen 7ender Tonemaster, oder nen H&K Puretone welchen ich noch immer besitze. Aber so wie dieser hier hatte ich noch keinen im Sinn und am Kabel hängen, zumindest nicht in dieser Größe. Man vermisst auch keinen Hall, keine Effekte - dafür gibt es TONE TONE TONE vom allerfeinsten.

Mit der Gitarre regelst du wie gewohnt an einem Einkanaler so auch hier von knusprig fettem Clean mit reichlich Bottom bis sehr fettem Crunch alles durch. Volume am Amp noch etwas weiter nach rechts und es wird so richtig dreckig. Das erinnert einen hier schon ein wenig an einen guten alten Plexi oder Bassman (Hört euch unbedingt mal die Soundbeispiele auf der Homepage an!). Ganz egal welche Stellung dein Gitarrenpoti hat und in welchem Lautstärkepegel du dich befindest, der Sabber läuft dir regelrecht aus dem offenen Mund und du kommst aus dem Strahlen einfach nicht mehr raus. Das macht einfach irre viel Spaß!

Man muss allerdings vorausschicken das man einiges an Kenntniss haben sollte was das Entwickeln des guten Gitarrentones angeht, will heißen der Amp ist IMO nix für blutige Anfänger. Er "erzieht" allerdings zum sauberen Spiel, was dann doch wiederum interessant ist für fortgeschrittene Player. Für einen erfahrenen "Handwerker" ist das jedenfalls allerfeinstes professionelles Werkzeug.

Zu dem Amp braucht man vielleicht noch ein gutes Boost- oder Overdrive-Pedal und vielleicht ganz klassisch etwas Hall und Tremolo - oder einfach wie bei meinem Test hier nur ein Kabel zur Gitarre um glücklich zu sein. Seine Gitarre mal ganz pur so gut zu hören macht sehr viel Spaß. Ja, es ist ein Genuss mal wieder so zu hören und zu fühlen im Zeitalter moderner Amps!

Man liest, ich bin begeistert, sehr begeistert sogar. Wer auf der Suche nach einem ungewöhnlich guten ClassA Einkanaler ist der ist hier jedenfalls allerbestens aufgehoben.

Unbedingt antesten – Aber Achtung akute Suchtgefahr ist garantiert!

Details sowie viele gute Klangbeispiele zu dem kräftigen Zwerg und seinem Zubehör entnimmt man bitte auf der Herstellerseite: http://www.doerreramplification.de

Resume:

Ich werde ihn wohl bald mal in der Band und dort auch mal mit meinen eigenen Boxen testen. Was mich davon abgehalten hat ihn gleich mitzunehmen waren die 1500 Euro die man dafür berappen muss - das ist natürlich schon ne Hausnummer für einen solch puristischen Amp.
Letztendlich begibt man sich allerdings in die tonale Oberliga und hat jede Menge Spaß garantiert!

Nachtrag:

Ich habe diesen Amp nun mit einigem Zeitabstand immer wieder mal gespielt und hatte genau das gleiche Gefühl wie vor einiger Zeit als ich dieses Review hier verfasst habe. Der Amp hat eine unglaubliche Dynamik und Direktheit und bildet jede Art von Gitarre sehr charaktervoll ab.

Dieser Zwerg hat was, was die meisten Amps nicht haben: puren unverfälschten und gnadenlos ehrlichen und direkten Sound. Wenn man den Amp im Sweetspot betreibt möchte man ihn nicht mehr ausschalten...

Ich sehe ihn wenn, als kleinen gemeinen Bruder neben meinem Puretone stehen. Gerade zu diesem Amp passt der Sumo ausgezeichnet, denn beide Amps klingen relativ identisch. Nur kommt der kleine Sumo sehr viel schneller und in einer etwas angenehmeren Lautstärke in den Sweetspot. Ideal für Gigs, wo zB mein Puretone Combo zu laut ist. Da der Sumo einen Line Out besitzt, kann man da wunderbar seine RedBox, o.ä. anschließen und von dort aus ins Pult über die PA gehn.

Das kleine Stack hier links hat es mir schwer angetan. Creme Baby Alligator Tolex nennt sich das. Ich werde mir den Amp mal ausleihen und dann auch live einsetzen.

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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Magman » Samstag 23. September 2017, 11:38

Und das ist mein blondes Sumo Ozeki Stack ;)

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Und damit es schön sauber bleibt auf Tour habe ich mir bei Coversforall schöne gepolsterte Hüllen fertigen lassen. Top Qualität und sehr zu empfehlen :thumbsup03:

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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Rainer Mumpitz » Samstag 23. September 2017, 12:08

Magman hat geschrieben:Hier ein Review welches ich bereits vor 4 Jahren verfasst hatte in einem Nachbarforum. Da ich nun Besitzer dieses tollen Amps bin sollte es auch unbedingt hier in unsere schöne Bude ;) Natürlich werde ich dieses Review durch neue Beiträge und neue Erfahrungen aktualisieren. Hier hatte ich ja bereits etwas über meinen neuen Amp geschrieben.



Dörrer SUMO Ozeki .....oder der Aufstand der farbigen Zwerge :P

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:thumbsup03: :banana03:

Du hattest von mir ja mal 'nen Cornell Romany bekommen - sind die Amps vergleichbar? Sind ja beide Single-Ended 6L6er...
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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Magman » Samstag 23. September 2017, 13:12

Nein Michael, die unterscheiden sich doch nochmals. Der Uzeki hat nen ganz anderen Charakter. Der Romany war gut, aber ich wurde irgendwie nicht so richtig warm damit. Schwer zu beschreiben, muss man hören und fühlen.

Der Dörrer klingt für mich dreidimensional und federt auch wunderschön. Vom Sound her gibt es da schon einige Amps, nicht aber vom Spielgefühl her. Genau das ist es auch, was bei mir SOFORT gefunkt hatte. Der Aufbau, die Zutaten, das Puristische, Non Master, Steffen Dörrer - an all den Komponenten liegt es wohl :P

Schade, das wir doch so weit auseinanderwohnen sonst könntest du grad mal rüberkommen 8-)
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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Rainer Mumpitz » Samstag 23. September 2017, 14:30

Magman hat geschrieben:Nein Michael, die unterscheiden sich doch nochmals. Der Uzeki hat nen ganz anderen Charakter. Der Romany war gut, aber ich wurde irgendwie nicht so richtig warm damit. Schwer zu beschreiben, muss man hören und fühlen.

Der Dörrer klingt für mich dreidimensional und federt auch wunderschön. Vom Sound her gibt es da schon einige Amps, nicht aber vom Spielgefühl her. Genau das ist es auch, was bei mir SOFORT gefunkt hatte. Der Aufbau, die Zutaten, das Puristische, Non Master, Steffen Dörrer - an all den Komponenten liegt es wohl :P

Schade, das wir doch so weit auseinanderwohnen sonst könntest du grad mal rüberkommen 8-)


Danke für die Einladung - vielleicht klappt's ja irgendwann! :thumbsup03: :banana02:

Re. Sumo: da kann ja erstmal nicht so viel schieflaufen - puristischer Aufbau, beste Komponenten, Handarbeit, das sind schonmal die besten Voraussetzungen für optimales Spiel- und Klanggefühl! :thumbsup02:

Mein momentaner Low-Budget Gegenentwurf:
Ich hab von Micky (der ihn wiederum von Andrea hatte :mrgreen: ) das kleine Fame Studio 15 Top als Backup für Gigs und so gekauft und hab da gerade wieder ein Stündchen drüber gespielt. An der richtigen Box klingt das 180 € China-Teil auch richtig klasse! Man muss ein bißchen an den Reglern schrauben, aber dann kommen da wunderbare Clean- und leicht angebrizelte Sounds heraus! :mosh: Ich denke, das Gerät ist auch relativ simpel aufgebaut, das Spielgefühl ist auf jeden Fall schön lebendig und reaktiv - ich vermisse nix!
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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Magman » Samstag 23. September 2017, 17:00

Rainer Mumpitz hat geschrieben:
.... ich vermisse nix!


Das ist die Hautsache Michael :thumbs:
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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Magman » Samstag 7. Oktober 2017, 13:46

Feuertaufe gestern beim großen Gig meiner Bluesnight. Wir spielten mit Bass und Drums und das doch mit recht viel Druck von der Bühne. Hier reichte der Amp mit der 1x12er gerade so, das ich mich wohl fühlte. Aber viel lauter hätte es nicht sein dürfen. Ich sitzte bei diesem Gig auch nicht vor meinem Amp und das ist halt auch was völlig anderes. Will heißen, mit einer 212er slanted! wäre man da doch auf der sichersten Seite. Ich kenne sie ja gut und weiß wie viel das ausmacht.

Ja was soll ich sagen, ich hatte einen irre guten Sound und fühlte mich auch pudelwohl dabei. Ein phantastisch gut klingender Vollröhren Amp halt mit extrem viel Charakter, der einem extrem inspiriert beim Spiel. Da kommt halt sonst einfach nix mit, zumindest nicht in meiner Sparte!

Ich hab mir einen kleinen Mikrostand aus Teilen selbst gebaut. Er hat unten einen Gummifuß, der gleich drei Funktionen hat. Er wird unter die Box geklemmt, hebt das Stack ein wenig an, stellt sozusagen leicht schräg und dämpft zusätzlich auch Geräusche ab, die vom Bühnenboden kommen können. Und zu guterletzt ist das Mikro somit auch immer an der idealen Stelle positioniert. Winwinwin sozusagen ;)

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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon telly45 » Samstag 7. Oktober 2017, 14:12

Coole Idee mit dem Mikroständer :thumbsup02:
Gruß Rainer
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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon setneck » Samstag 7. Oktober 2017, 14:15

Ja, die Kleinigkeiten am Rande...
Der Gummifuß ist mir gleich aufgefallen - sind das gängige Teile (woher?). Das Stativ ist einfach abgesägt?
Ich mag mein SM57, aber Deine Kombi ist ja der ideale Aufbau für den kleinen Gig (=>kleine Bühne), davon spiele ich die letzten Jahre überwiegend.
Schöne Jrööss,
Thomas
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Re: Dörrer SUMO Ozeki

Beitragvon Duke » Samstag 7. Oktober 2017, 15:43

Yepp, coole Idee. :thumbsup02:

Hab so ein "Amp-Clamp"- Ding für mein SM57.
Irgendwie auch nicht schlecht, aber irgendwie nervt mich so ein Mikro immer irgendwie auf der Bühne.

Auf der anderen Seite ist es halt immer sehr organisch, wenn man ein Mike benutzt...
Zuletzt geändert von Duke am Sonntag 8. Oktober 2017, 10:09, insgesamt 1-mal geändert.
LG
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