Kompletter Anfänger...

Produktion, Homerecording & PA

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Beitragvon Beppo » Freitag 5. Dezember 2014, 09:23

Liebe Budistas,
ich hätte da gerne mal ein Problem und zwar: ich würde gerne in die große, weite Welt des Recordings einsteigen. Ich mache das bisher mit einem Boss BR-80, aber das ist mir in der Bedienung zu frickelig und dient inzwischen als reiner Fieldrecorder.

Aktuelles Nahziel ist es, aus meinen Song-Ideen halbwegs vernünftige Demos herzustellen, damit die Band sich was darunter vorstellen kann, denn Ideen hab ich, aber verbal vermitteln ist oft ein Problem :? .

Außerdem würde ich gerne die Sachen, die nicht zum aktuellen Bandprojekt passen, aufnehmen und in Demoqualität festhalten bzw. daran arbeiten und sie entwickeln.
Also, was ist nicht gemeint? : perfekte CD-reife Einspielungen und Abmischungen. Wenn ich Feuer fange, mag das ein Fernziel werden.

Welche Instrumente spiele ich in natura ein: E-Gitarre, A-Gitarre, Bass (kommt noch), evtl. a bissl Percussion, Gesang.
Welche Instrumente sollen dazu kommen: Drums, Keys. Die kann man ja, wenn auch zeitaufwendig, dazu programmieren, oder (bitte korrigiert mich, wenn ich jetzt bullshit labere) ?
Was ist da an Equipment:
PC und die Instrumente und Verstärker, eh klar.
Mikros: Sennheiser e906, T-Bone SM 58 Klone (ja, mehr nicht, bin ja eigentlich kein Sänger ;) )
Kleine Kästchen, wo ich vorne mit der Gitarre reingehe und hinten per USB in den Rechner kann (sind das diese DAWs?): Boss BR-80, Boss ME-80, Bose Tonematch.

Meine Frage dazu: was brauch ich noch und welche Produkte könnt ihr empfehlen? Ich brauch natürlich ne (Mehrspur) Software, aber welche? Und wie kann ich dann z.B. noch Effekte oder ganze FX-Amp-Cabinet –Ketten einbauen? Und wie den Drummer (EZDrums??) und die Keys? Brauch ich noch ein Interface, bzw. wäre das sinnvoll, wenn ja welches, vielleicht das da http://www.thomann.de/de/focusrite_saffire_6_usb.htm ?

Kostenrahmen: ja das ist eine gute Frage, als Außenstehender denkt man, es gibt Sachen für lau als Beipack zu irgendeiner Hardware und es gibt sündhaft teure Plugins, VSTs (was issn das eigentlich??). Ich sach ma: Erstausrüstung bis 500 Tacken um mal ne Zahl in den Raum zu werfen.

Ihr seht, das würde eigentlich in die Rubrik „recording for dummies and bloody beginners“ gehören, aber ich denke, dass ihr da draußen das schon gemeistert habt und mir bestimmt helfen könnt! Danke! Vielleicht hilft auch ein Link zu einer Seite, auf der das ganze geduldig erklärt wird :banana02:
Thanx, Beppo
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon bluesation » Freitag 5. Dezember 2014, 13:02

Hi Beppo,

so viele Fragen, die eigentlich lange Antworten erfordern. Wenn man anfängt ziemlich kompliziert. Ich machs mal kurz. Da du PC schreibst gehe ich mal von Windows als Plattform aus. Zu Empfehlen ist Win7, XP geht auch noch.

Gitarren und Gesangsmikros, also die Klangquellen hast Du. Jetzt müssen deren Signale in den PC. Dazu brauchst Du eine Hardware, früher Soundkarte heute Interface genannt. Allein das wäre ein Thema für eine ganze Abhandlung. Greife zu einem Gerät, dass sowohl Mikrofone als auch Gitarren/Bass Signale verarbeiten kann. Solche Eingänge für Git/Bass werden mit "HI-Z" bezeichnet. Außerdem sollte das Teil eine Phantomspeisung haben, falls du später mal Großkondensatormikrofone anschließen willst, was Sinn macht. Ferner ist ein Kopfhörer-Ausgang von Vorteil. Dieses Interface braucht eine Treibersoftware die die Lücke zwischen Interface und Betriebssystem schließt. Diese Software wird vom Hersteller des Interfaces mitgeliefert und sollte gut funktionieren (Erfahrungswerte anderer User oder Netzrecherche). Das Saffire 6 ist da nach meiner Einschätzung schon eine gute Wahl, auch im Hinblick auf das Gesamtbudget.

Ds Du auch Keys und Drums machen willst und sich damit überhaupt besser arbeiten lässt, würde ich über die Anschaffung eines Master Midi Keyboards nachdenken. Braucht nix dolles sein, wenn Du nicht Keyboarder werden willst, Später kann man ja immer noch updaten. Nimm eines per USB, 49 Tasten, die von M-Audio waren damals super, heutige Qualität kenne ich nicht. Es gehen aber auch die Hausmarken der Großen. Ein Masterkey ist nicht unbedingt erforderlich, aber hilft bei Keyparts schon sehr, falls man Tasten spielen kann. Nur für Drums reicht Teil wie der Korg Nano Pad. Die Midi-Spuren, die von diesen Geräten erzeugt werden, kann man zwar auch manuell über eine Software "programieren". Aber wenn du nicht gerade knappe Rap-Beats schustern willst - eine Qual.

Im Rechner brauchst Du noch eine Recordingsoftware. Da wird es jetzt kompliziert, in vielerlei Hinsicht. Ich plädiere hier, nach dem ich Cubase und Samplitude hatte, für Reaper. Sehr flexibel, kann alles, viel Beipack, brauchst erstmal nix extra, und besonders in Hinblick auf das knappe Budget eine echte Alternative. Weil kannst unbegrenzt testen und die Homelizenez kostet nur $60. Kostenlose Updates für eine ganze Versionsnummer als z.B. von 4.75 bis .599. Meist liegen aber auch den Interfaces abgespeckte Versionen von irgendwas bei. Kann man erstmal nutzen. Nur, wenn Du dich mal eingearbeitet hast in eine Software, will man meist nicht mehr umsteigen. Wenn aber die Vollversion benötigt wird und die sauteuer ist?

Für Keys und Drums brauchst Du noch Klangerzeuger, in Form von VST Plugins. EZDrummer ist ein guter Einstieg und für Nichtdrummer und Demos völlig ausreichend. Eine Unzahl von Drumpattern (Midi) werden mitgeliefert. Welche keys? Eigentlich würde ich Dir zu einem Sampler wie Native Instruments Kontakt raten. Weil, da ist alles drin, Drums, alle Sorten Keys und allerlei andere Instrumente. Da wirds aber mit dem Budget nix. Man könnte den EZDrummer weglassen und die Drums vom Kontakt nehmen. Natürlich gibts Keys auch einzeln. Also Piano, Hammond, Rhodes Wurli, Synthie, aber alles Spezialisten, also in der Summe teurer. Den Kontakt gibt es auch als kostenlose Playerverison, da sind schon ein paar Instrumente mit drin. Wäre ein Einstieg. Weil, evtl ist Dir das alles zu kompliziert und du lässt das wieder mit dem Recording. Nicht dass ich dich für unfähig halte, aber wenn alles neu ist - und das Thema kann sehr komplex werden, verliert man schnell mal die Lust, wenn man eigentlich nur was aufnehmen wollte.

Jetzt muss ja das akustische Signal noch hörbar gemacht werden. Dazu hast Du nichts geschrieben. Also die brauchst Boxen, Nahefeldmonitore. Auch eine Weltanschauung für sich. Hier sollte man zwar nicht sparen, aber allzu teuer muss es für den Einstieg nicht sein, da weder der Raum noch deine Ohren derzeit fürs Abhören und Mixen bis in die Details optimiert sein dürften. Nehme eine Marke, 2 Wege, aktiv, 5 Zoll Bass Membran. Wenn keine Nachbarn gestört werden auch gerne 6 oder 8 Zoll, aber nicht bei diesem Budget. als Beispiel nenne ich mal die KRK RP5 RoKit G3, würden auch ins Budget passen. Die Monitore werden übrigens auch an das Interface angeschlossen.

Am Anfang wirst du erst einmal mit der Technik beschäftigt sein, bevor du dich auf das Musizieren konzentrieren kannst. Wenn du jemand kennst der dir konkret auf die Sprünge helfen kann, um so besser. Evtl per Fernwartung (teamviewer) die richtigen Einstellungen finden oder eine Vorgehensweise demonstrieren. Das erspart beim Einstieg viel Zeit und Frust.

Noch Fragen? :lol: Gerne... :thumbsup03:
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon FretNoize » Freitag 5. Dezember 2014, 14:23

Ich würde Windows XP nicht mehr empfehlen, Win7 und 8 (bzw. 8.1) sind ok. bluesation hat viel Wahres geschrieben, das einzige, was ich noch empfehlen würde, ist ein Großmembranmikro für die Akustikgitarre und Gesang. Ich hab ein Studio Projects B1, 115€, das ist ganz ok. Oft ist der Raum ein größeres Problem als das Mikro.

Ich hab Cubase und bin glücklich damit, Reaper kenne ich nicht, ist aber sicher auch ok. Hab ein M-Audio keyboard (M-Audio Oxygen 49 (3rd gen), 95€), das funzt sehr fein.

Monitore hatte ich früher die Behringer Truth 2031, das war eine gute Zeitlang auch ok.

Die Drums programmiere ich heute noch mit der Maus, das geht bei mir schneller als einspielen und graderücken ;-)
Aloha,
Holger

Ich kann zwar nichts Sachdienliches zu irgendeinem Thema beitragen, aber ein bisschen Verwirrung geht immer.
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon Beppo » Freitag 5. Dezember 2014, 16:11

Hallo Bluesation!

Mensch, wow, vielen Dank! Du hast dir viel Mühe gegeben und gute Hinweise gegeben. Nahfeldmonitore hatte ich komplett übersehen! Da wirds dann schon langsam knapp mit dem Budget!
Ich hab´s schon befürchtet: meine Fragen sind in etwa so als wenn einer fragt: "was brauch ich denn, wenn ich E-Gitarre spielen will", da weiß man oft nicht, wo anfangen und wo aufhören :mrgreen: . Umso mehr ist es bemerkenswert, dass du das ganz geduldig und für mich Anfänger verständlich erklärst.

Und danke auch FretNoize für die Ergänzungen.

WIn 7 hab ich, immerhin.....

Das wird ein Planungsprojekt für die langen Winterabende, evtl. schlag ich nach Weihnachten zu. Ich bin für weiteren Input bereit und dankbar :thumbsup02:
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon Big Al » Freitag 5. Dezember 2014, 16:12

Moin,

ich machs kurz:

Windows 7, mind. 8GB
Studio One - zum Kennenlernen: https://shop.presonus.com/products/stud ... o-One-Free
Keys - im Studio One sind wunderbare Instrumente mit drin, ansonsten mal Kontaktprodukte anschauen oder nach freien Instrumenten schauen - und brauchst halt noch ein Masterkeyboard, der Holger hat eins empfohlen das ist ok
Drums -EZDrummer 2 - klingt absolut gut und ist easy zu machen, wer es nicht benutzt hat, kann hier nicht mitreden... isso :-)
Monitore: Kannste im Prinzip die nehmen, die der Kollege weiter oben schon empfohlen hat, alternativ wenn du viel leise machen musst, dann tuts auch ein guter und bequemer Kopfhörer z.b. http://www.thomann.de/de/audio_technica_ath_m50_x.htm
Mikro: Großmembran ist ne feine Sache für Vocals und akustische Instrumente, erste Wahl ist bei mir Rode NT-1A, Studio Projects B1 oder das Ding von Thomann geht auch ganz gut.

Kommt schon was zusammen, gell?
Denk da lieber nochmal drüber nach (Stoppok)
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon bluesation » Montag 8. Dezember 2014, 15:35

Beppo hat geschrieben:Hallo Bluesation!
Mensch, wow, vielen Dank!
Das wird ein Planungsprojekt für die langen Winterabende, evtl. schlag ich nach Weihnachten zu. Ich bin für weiteren Input bereit und dankbar :thumbsup02:


Ja gerne. Wenn noch Fragen kommst Du nochmal durch. Wenn man in dieses Thema einsteigt muss man sehr viel Geduld mitbringen und lesen, fragen und probieren. Schneller und nervenschonender ist natürlich, wenn man jemanden hat, der einem eine praktische Einweisung geben kann.

FretNoize hat geschrieben:bluesation hat viel Wahres geschrieben


Ich habe nur Wahres geschrieben. :smoke01:

Big Al hat geschrieben:Windows 7, mind. 8GB


Mit etwas Geschick und nicht zu vielen virtuellen Instrumenten kommt man auch mit 4 GB aus.

Big Al hat geschrieben: ein guter und bequemer Kopfhörer z.b. http://www.thomann.de/de/audio_technica_ath_m50_x.htm


Ist eine Alternative, wenn man nur recorded. Aber (vernünftig) mischen ist mit Kopfhörer nicht, da das räumliche Hören verfälscht wird. Da gibt es zwar Helferlein, die das etwas abmindern, aber ist nicht 100%. Aber es geht ja erst mal ums recorden und etwas aufbereiten.

Big Al hat geschrieben:Studio One - zum Kennenlernen: https://shop.presonus.com/products/stud ... o-One-Free


Obwohl ich nicht der Ahnungslose bin, ich kam mit S1 nicht klar, mag es auch nicht, obwohl ich S1 2 Chancen gegeben habe. Aber da muss jeder sehen, womit er klar kommt. Meist bleibt man dabei, was man als erstes gelernt hat. Und das hängt meist davon ab, was man empfohlen oder gezeigt bekommen hat.
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon Big Al » Montag 8. Dezember 2014, 15:41

bluesation hat geschrieben:
Big Al hat geschrieben: ein guter und bequemer Kopfhörer z.b. http://www.thomann.de/de/audio_technica_ath_m50_x.htm


Ist eine Alternative, wenn man nur recorded. Aber (vernünftig) mischen ist mit Kopfhörer nicht, da das räumliche Hören verfälscht wird. Da gibt es zwar Helferlein, die das etwas abmindern, aber ist nicht 100%. Aber es geht ja erst mal ums recorden und etwas aufbereiten.

Big Al hat geschrieben:Studio One - zum Kennenlernen: https://shop.presonus.com/products/stud ... o-One-Free


Obwohl ich nicht der Ahnungslose bin, ich kam mit S1 nicht klar, mag es auch nicht, obwohl ich S1 2 Chancen gegeben habe. Aber da muss jeder sehen, womit er klar kommt. Meist bleibt man dabei, was man als erstes gelernt hat. Und das hängt meist davon ab, was man empfohlen oder gezeigt bekommen hat.


Hast du schonmal mit einem Studiokopfhörer der neusten Generation gearbeitet? Ich war auch immer skeptisch, du hast aber z.b. bei dem Teil mehr Ideen vom Raum, als in so manch schlecht eingerichtetem Raum, wo dir die Bassnoden nur so um die Ohren fliegen. Ist ein Kompromiss, aber kommt stark auf den eigenen Anspruch an. Anfänger der leise sein muss und bisschen für sich und für die Band auf Demobasis mischt oder ambitioniertes Ding, das auch den Weg auf einen Tonträger finden soll?

Zum S1: Ich benutze das seit ca. 6 Monaten und finde es wunderbar. Ich kann aber auch Logic, Cubase, Pro Tools, Reaper oder was es sonst so gibt was anfangen. Ich finde den Workflow vom S1 für einen Anfänger am einfachsten.
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon SilviaGold » Montag 8. Dezember 2014, 16:56

Kurz Nachgefragt ...Studiokopfhörer der neusten Generation. Welche sind denn das? Hast du einzwei Namen?
Die Erde ist relativ flach. Der Ton ist relativ rund. Die Liebe ist relativ gesund.
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon oldie but goldie » Montag 8. Dezember 2014, 23:18

es wurde schon viel wertvolles geschrieben und das meiste ist auch schon gesagt. Daher möchte ich etwas ergänzen: du brauchst noch relativ viel um eine halbwegs vernünftige Basis zu schaffen. Soll heißen, mit 500.- Euro wird sich das ganze nicht ausgehen, leider. Auch wenn du natürlich mit günstigen Equipment anfangen willst/musst, sollte dir klar sein, dass nicht nur ein Computer und eine DAW mit Micro die Basis ist. Wenn du mit Mikrophon aufnehmen willst, dann solltest du dich auch mit dem Raum und etwas Akustik auseinander setzten. Dafür empfehle ich zumindest Bühnenvorhänge für die Wände/Decke oder wenn vorhanden alte Decken bzw. dicke Vorhänge, wobei immer die doppelte Länge vorhanden sein soll damit alles wellig herunter hängt, sonst nützt das nichts. Ich will nur darauf aufmerksam machen, dass doch einiges zusammen kommt und man sich damit unbedingt auseinander setzten sollte, denn du willst ja doch zumindest brauchbare Demos machen, sonst macht das keine Freude, glaube mir ;)
Mein Fazit: ca. 800 - 1.000.- Euro solltest du schon einplanen, nur meine Meinung ;)

Ach ja, weil hier die Kopfhörerfrage gestellt wurde: egal ob AKG, Sennheiser, Beyerdynamik usw. für halbwegs gute Kopfhörer solltest du mindestens ca. 150.- 200.- Euro rechnen, darunter klingt's "unecht" :mrgreen: Daher empfehle ich eher die Monitorlösung, z.B. Yamaha HS7 besser noch HS8 !
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Re: Kompletter Anfänger...

Beitragvon Ugorr » Dienstag 9. Dezember 2014, 09:04

Moin.
Du brauchst erstmal ein Interface, das verlinkte Focusrite ist da schon prima. Mein Duokollege hat zB das Yamaha Audiogram 3, auch ein gutes Teil. Alesis IO, Tascam US144 haben auch einige im Bekanntenkreis.
Dazu eine Abhöre am besten aktive Nahfeldboxen: KRK Rokit, Esi nEer, Tannoys kenne ich aus verschiedenen Umgebungen und auch mit den relativ günstigen Dingern, kann man was anfangen. Man muss sich da auch reinhören. Mixe immer mal wieder über "normale" Abspielgeräte abfeuern. Autoradio, PCBoxen, Küchenradio, Stereoanlage. Das was man kennt und regelmäßig hört. Mit Referenzaufnahmen(Achtung: die kommerziellen Aufnahmen sind schon gemastert, die eigenen erstmal nicht) vergleichen und Schwächen und Stärken der eigenen Abhöre kennenlernen. Auch die günstigen Vertreter können neutral klingen, da sollte man drauf achten. Wenn hier mehr Geld angelegt werden kann: MACHEN! MIt der Aufstellung der Monitore muss man sorgfältig sein(Frei stehend, Stereodreieck beachten usw).
Für Keys und Fingerdrumming reicht erstmal auch ein USB Keyboard. Ich komme auch mit "Minitasten" klar, jemand der Klavier spielen kann, wird damit oft nicht glücklich.
Über Raumumbauten würde ich mir keine Gedanken machen. Möbel in einerm normalen Raum (Sofa, Bücherregale) brechen Schall und unterdrücken Reflexionen. Zu viele Glatte Flächen und "scharfe" Ecken können eine problematische Akustikschaffen. Ein bißchen Unordnung hilft da tatsächlich. Probiere da mal verschiedene Räume aus. Ich nehme Gesang zB gerne im Schlafzimmer auf(Schranktüren alle offen), Akustikgitarre im Wohnzimmer(da ist mehr "Raum" schon auf der Aufnahme)
Zur Software: Kauf ein Interface wo Software dabei ist(eigentlich fast alle), damit arbeitest Du erstmal. Updaten geht immer. Demo und Testversionen gibt es auf den Herstellerseiten. Ich habe aber auch schon Produktionen komplett mit Freeware gemacht. Krystall als DAW und Audacity werfe ich mal als Googlestichworte in den Raum. Delamar.de ist eine Website um PlugIns und Freeware zu suchen. Dort findest Du auch viele Tutrials und Infos zum Thema Recording. Ich würde als Software einen Klassiker nutzen. StudioOne, Cubase, Reaper - da findet man auch bei Youtube und im Netz genug Hilfe und Tutorials zum üben. AbletonLive und FruityLoops finde ich persönlich zu speziell. Das Interface sollte Hardwareseitig einen HighZ Eingang haben um direkt mit Gitarre und Bass einspielen zu können.
Zum PC: Ich komme auch mit Laptop, Win7 und 4GB RAM aus. Mir ist ein "sauberes Betriebssystem" wichtig. Also eine Partition mit eigenem Windoof nur für die Musik - noch besser wäre ein eigener Musikrechner. Da kommen dann auch nur die Treiber drauf, die gebraucht werden. So ist bei doofen Latenzen o.ä. auch die Fehlersuche einfacher. Achso: Wenn das Interface doch mal zickt: Evtl Asio4all Treiber ausprobieren.
Ich würde also sagen, man kommt mit 500 Euro ganz gut hin. 100 für ein Interface inkl Software, 300 Euro für die Nahfeldmonitore und ein Hunni für Kabel, Mikrostativ(k&m!!!) und Kleinkram.
Mit Kopfhörer mische ich nicht. Phasenschweinereien, geänderte Basswiedergabe und verändertes Stereoempfinden sind so gängig genannte Nachteile. Als Werkzeug zum Detailhören sind sie natürlich prima, aber für den Anfang mMn nicht notwendig.
So, meine Ansatz zum Thema Homerecording und Demos(und NICHT Studioproduktionen - da macht man ein ganz anderes Fass auf).
Gruß
Ugorr, der noch mit Bandmaschinen aufnehmen kann...
Ugorr
 

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