Herzblut...

Showtime: Klamotten, Beleuchtung, Abläufe, Notenständer, Setlists, Spannungsbögen & Co. - alles rund um die öffentliche Präsentation

Re: Herzblut...

Beitragvon kiroy » Freitag 5. Februar 2016, 15:35

Garry hat geschrieben:haha gute Frage ..... ich sag mal so, wenn wir unser Konzert beendet haben, habe ich auch bestimmt 1 kg abgenommen bin total durchgeschwitzt, die Fingerkuppen tun mir weh, bei unseren Congaspieler fließt auch richtiges Blut wenn er sich nicht vorher die Finger mit Tape umwickelt hat.
Ja, ok, das lasse ich gelten. :mrgreen:
kiroy
 
Beiträge: 1097
Registriert: Donnerstag 16. Oktober 2014, 17:00

Re: Herzblut...

Beitragvon telly45 » Freitag 5. Februar 2016, 15:48

Herzblut ist für mich, wenn im Proberaum ein Flow entsteht oder live das Publikum mitgeht. Das macht Spaß und glücklich. Aber ich merke die Leidenschaft auch daran, dass ich im umgekehrten Fall "leide".
Gruß Rainer
Benutzeravatar
telly45
 
Beiträge: 3409
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 22:32
Wohnort: Churchtown in the Munich outback

Re: Herzblut...

Beitragvon SilviaGold » Freitag 5. Februar 2016, 15:58

setneck hat geschrieben: Da stellt sich für mich nicht die Frage, ws der Musiker erreichen will, sondern warum er Musik macht?
Ich möchte in erster Linie Spaß/Freude daran haben. Ich muss kein Geld damit verdienen und will auch nichts beweisen.:


Jepp - bevor ich diesen Thread las hatte ich grad noch denselben Gedanken...


Sobald es beim Musizieren ums Geld geht - verwässert sich da schnell die Ursprungsmotivation!
Ein positiver Effekt davon wäre aber: das man,,ich sage mal auf den "Songpunkt" kommt. Ein leichter "Erfolgsdruck" und Erwartung von anderen kann also auch positiv wirken kann ... )

Bei Musik für Geld : Gehts oft aber etwas mehr um das Komplettpaket (Dienstleistung für ANDERE) - als den Ursprung - ein evtl (EIGENES) Herzgefühl transportieren zu wollen.

Da sehe ich aber auch schon verschiedenen Charaktäre bei Musikern.
Es muss gar nicht der Ursprung sein - eigene tiefliegende Gefühle zu vertonen, sondern wie im Beispiel der Volksmusi, erkenne den Charaktertyp lebenslustig, schwungvoll, positiv, der eben hier: von der Allgemeinheit und oft wünschenswertere,leichtere zugängliche Gefühle aus- und anspricht.

Im Video sehe ich auch zwei authentische Musiker mit Freude und Herz und Spass bei der Sache!

Und das ist es was, wie schon angesprochen, ein Musiker besonders auszeichnet... Authentizität!
Sich selbst durch Musik auszudrücken kann in eigenen und Coversongs gelingen. Dem einen liegt das, dem anderan das andere besser - drumherum kommtman allerdings nie - weil man ja selbst spielt. Man kann aber nur die GEFÜHLE echt transportieren: die man auch selbst echt erlebt. So gibt es ja gottseidank vielfältige Gemüter... was die ganze Palette der Musik bereichern kann.

Ich bin so wie ich sein möchte, erhalte von anderen deren Eindrücke auf mich, kann mir meine Gedanken machen, so viel oder eben wenig wie ich dazu möchte und das ist gut :D Wie die anderen mich jetzt weiter sehen - kann ich weniger beeinflussen, wenn ich echt bleiben will. Ein Showman , Schauspieler sollte mMn auch Spass daran haben seine echte Show zu spielen :D
Das ist auch gut!

Herzblut hätte, wie hier auch geschrieben, mit Aufwand zu tun. Ja gut kann man so sagen.
Aber ich finde es bezeichnet etwas genauer: den aufopfernden Einsatz von eigenem starken Gefühlen.
Genau das kann eigentlich nur jeder selbst beurteilen - da sind wir wieder beim Ursprung :thumbsup02:

LG Andrea
Benutzeravatar
SilviaGold
 
Beiträge: 3348
Registriert: Donnerstag 16. Oktober 2014, 16:29
Wohnort: Bochum

Re: Herzblut...

Beitragvon partscaster » Freitag 5. Februar 2016, 16:05

Herzblut ist bei mir wohl immer dabei, weil ich Musik aus einem tief sitzendem Bedürfnis heraus mache. Sie war immer mein Anker und meine Verbindung zur "Außenwelt" mit der ich sonst meistens nicht so viel anfangen kann uund die mich oft langweilt. Ob da auch das Bedürfnis nach Anerkennung, welches wir Menschen ja alle haben, mitspielt? Ich weiß es gar nicht so genau. :kopf_kratz01: Hauptsächlich hilft es mir Emotionen und Spannungen zu erzeugen und abzubauen. Meiner Meinung nach man kann jede Musik in jedem Rahmen mit Herzblut machen. Der eine will Songs schreiben und Geschichten erzählen, der andere möchte seine Lieblingsmusik nachspielen und wieder ein anderer möchte so nah wie möglich an sein Vorbild herankommen. Ob das nun Blasmusik im Bayernzelt auf dem Rummel ist oder Extrem-Metal in Wacken spielt keine Rolle.



FretNoize hat geschrieben:... hab ich neulich auf einem Hozier-Konzert in Luxembourg...


Oh, da wäre ich auch gern gewesen, ich höre das Album rauf und runter. :banana01: :thumbsup02:

Grüße
Michael
partscaster
 
Beiträge: 2753
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 18:58

Re: Herzblut...

Beitragvon M. L. Schwan » Freitag 5. Februar 2016, 19:51

kiroy hat geschrieben:
Setneck (äh, Rainer? :mrgreen: ) hat das schon richtig erkannt. Bei mir kommt kein "Herzblut" rüber. Wie auch? Ich mache Musik, damit sich die Leute gut unterhalten. Dafür werde ich engagiert und bekomme Geld dafür. Ich bin in diesem Fall Dienstleister.


Hi,
wenn ich mir Deine Videos so ansehe, dann finde ich schon dass Herzblut (oder nenn es Begeisterung bzw. Leidenschaft) rüberkommt.
Gerade wenn man Leute unterhalten will, also ein "Entertainer" ist, ist es notwendig, das auch auszustrahlen. Aber ich denke als altgedienter Tanzmusiker weißt Du das eh.

Wenn ich vor Publikum spiele fällt es i.d.R. leicht leidenschaftlich zu sein, da ich glücklicherweise keine Stücke spielen muss, die ich nicht mag oder die mir zum Hals raushängen. Es gab allerdings schon Aushilfsjobs wo mir das Repertoire weniger zusagte - da muss man halt sich auf die Musik so gut es geht einlassen und wenn nötig auch die Ausstrahlung der Leidenschaft "faken".

GRuß

PS: Ich habe auch schon mit Volksmusikern bei verschiedenen Festivitäten aus dem Stehgreif zusammengespielt und wurde von deren Leidenschaft und Können richtig mitgerissen - obwohl das jetzt wahrlich nicht die Musik ist, die ich machen will. :mrgreen:
Viele Grüße
- Der Schwan -
Benutzeravatar
M. L. Schwan
 
Beiträge: 626
Registriert: Samstag 4. April 2015, 10:02

Re: Herzblut...

Beitragvon Wizard » Freitag 5. Februar 2016, 20:09

Herzblut ist ein komisches Wort. Und immer, siehe hier im Thread, eine Frage der Definition.
Roland nannte ein anderes Wort, welches seit eh und je auch meins ist: Leidenschaft.
Auf die Frage ob Gitarrespielen mein Hobby sei antworte ich grundsätzlich "Nein, nicht Hobby sondern Leidenschaft" - das erklärt dann manchem so einiges ... :mrgreen:
Gruß Peter

immer noch aktuell: >>> leben und leben lassen <<<
Benutzeravatar
Wizard
 
Beiträge: 3639
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 19:08
Wohnort: Düsseldorf

Re: Herzblut...

Beitragvon Diet » Freitag 5. Februar 2016, 20:57

Moin,

was bei mir in Sachen Musik sowas wie "Herzblut und Leidenschaft" auslöst, ist das Resultat und das Zusammenspiel.
Das Resultat kann ich mittlerweile auch allein erzeugen, in meinen Aufnahmen steckt auf jeden Fall so was wie Herzblut.
Ich arbeite dann mit Leidenschaft und "Herzblut" auf das Resultat hin. Wenn dann so ein so genannter "Flow" eintritt und alles fließt
und man den Eindruck hat, man macht das gar nicht mehr wirklich selbst, dann ist das Leidenschaft pur für mich.

Und wenn dann das Resultat da ist, dann bin ich in Hochstimmung und das Resultat ist wiederum Ansporn.
Da bin ich mit Haut und Haaren dabei und jede neue Aufnahme löst was positives in mir aus. Jede gelungene Aufnahme
ist für mich ein Riesenschritt auf einem Weg, den ich gehen will. Und das ist eine enorme Befriedigung für mich.

Das Zusammenspiel betrifft natürlich die Band oder generell das Musikmachen mit anderen.
Diese Interaktion, die da passiert, die löst bei mir total positives aus. Das kann auch ein Stück sein, das wir in der Band schon lange spielen,
das ist trotzdem immer wieder so. Nicht immer, klar, aber doch meistens. Das ist Hochgefühl und damit sowas wie Herzblut für mich.
Und auch mal so was: :lol02: wenn mal was schön daneben geht :D Das ist auch eher positiv als negativ, finde ich.
Ich kann mich an richtig beschissene Tage erinnern, an denen ich nach der abends stattfindenden Probe fast ein neuer Mensch war.

Hier geht es ja auch etwas um das Publikum und die Wirkung auf das Publikum.
Darüber hab ich mir von Anfang an immer schon Gedanken gemacht, weil mir das tatsächlich immer schon relativ egal war :?
Regelmäßig frage ich mich deswegen, warum ich eigentlich (wenn auch nicht allzu oft) trotzdem noch auf Bühnen gehe.
Und dann immer, warum mir das hinterher trotzdem immer Spaß gemacht hat! :kopf_kratz01:

Ich glaube, das ist so, weil auf der Bühne einfach immer eine andere Energie entfacht wird als im Proberaum.
Das Zusammenspiel wird noch mal auf eine andere Ebene getragen. Jedenfalls für mich als Amateur.
Das ist das, was mir dann Spaß macht und was mich ungemein befriedigt. Das ist das "Herzblut" bei mir.
Wenn ich oft auftreten würde und das dadurch vielleicht nicht mehr fühlen und das Routine würde, dann würde ich es lassen.
Da bin ich mir sicher. Dann wär ich nur noch Recording Nerd :D

Ob es dem Publikum gefallen hat oder nicht tangiert mich nicht so :tuete01:
Aber ich glaube, ob oder dass man Spaß auf der Bühne hat, merkt jedes Publikum. Und das ist glaube ich auch der Schlüssel
zur Authentizität.

Gruß Diet
Benutzeravatar
Diet
 
Beiträge: 3183
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 20:32

Re: Herzblut...

Beitragvon SilviaGold » Freitag 5. Februar 2016, 21:23

Das sind doch mal viele persönliche und sehr ehrliche Antworten mit Tiefe...
Das zeigt das wir alle mit Leidenschaft und Herz bei der Musik sind und vor allem was für ein Klasse Forum das hier ist -
worin man sowas schönes lesen kann! :thumbsup03:
Benutzeravatar
SilviaGold
 
Beiträge: 3348
Registriert: Donnerstag 16. Oktober 2014, 16:29
Wohnort: Bochum

Vorherige

Zurück zu Bühnenpräsenz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

x