Altes Holz - Erfahrungen

Alles über Stromruder

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon Batz Benzer » Donnerstag 3. August 2017, 08:20

Moin Mäggy,

"makellos und perfekt" ist nun einmal genau das, womit wir Menschen nix anfangen können. Ein perfekt schwingendes Instrument wird von den meisten Spielern als uninteressant empfunden; es ist die Imperfektion, die Ecken und Kanten, die letzten Endes charakterstark sind und bei uns hängen bleiben; so zumindest meine Überzeugung.

Tolles Thema, gute Diskussion! :thumbsup03:

Lieben Gruß,

Batz.
"Lennon was the soul of the Beatles, Harrison was the spirit, Paul was the heart, and Ringo was the drummer."

- George Martin
Benutzeravatar
Batz Benzer
 
Beiträge: 6409
Registriert: Montag 13. Oktober 2014, 17:18
Wohnort: Sonic Marshall City

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon Wizard » Donnerstag 3. August 2017, 09:57

Ist jemandem schon mal aufgefallen wie gut richtig altes Holz brennt? Also zum Beispiel beim Lagerfeuer. Nicht als Witz gemeint.

Es brennt mit ruhigerer Flamme, die wiederum eine etwas andere Farbe hat und der Geruch ist auch ein anderer.

Stranger Vergleich, ging mir aber grad durch den Schädel :)
Gruß Peter

immer noch aktuell: >>> leben und leben lassen <<<
Benutzeravatar
Wizard
 
Beiträge: 3639
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 19:08
Wohnort: Düsseldorf

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon setneck » Donnerstag 3. August 2017, 10:07

Wizard hat geschrieben:Ist jemandem schon mal aufgefallen wie gut richtig altes Holz brennt? Also zum Beispiel beim Lagerfeuer. Nicht als Witz gemeint.

Es brennt mit ruhigerer Flamme, die wiederum eine etwas andere Farbe hat und der Geruch ist auch ein anderer.

Stranger Vergleich, ging mir aber grad durch den Schädel :)

Du meinst, wenn Jimi & Co. ihre alten Hobel erst heute verbrennen würden... :kopf_kratz01:
Ist wohl eher ein Fall für die Chemie. :|
Schöne Jrööss,
Thomas
Benutzeravatar
setneck
 
Beiträge: 1513
Registriert: Mittwoch 22. Oktober 2014, 07:17

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon Diet » Donnerstag 3. August 2017, 10:31

Batz Benzer hat geschrieben:Moin Mäggy,

"makellos und perfekt" ist nun einmal genau das, womit wir Menschen nix anfangen können. Ein perfekt schwingendes Instrument wird von den meisten Spielern als uninteressant empfunden; es ist die Imperfektion, die Ecken und Kanten, die letzten Endes charakterstark sind und bei uns hängen bleiben; so zumindest meine Überzeugung.

Tolles Thema, gute Diskussion! :thumbsup03:

Lieben Gruß,

Batz.


Moin,

die Erfahrung hab ich mit einer teuren Taylor Akustik gemacht. Eine Dreadnought 810, also sogar eine der Ober-Taylors.
Mit der wurde ich auch nicht warm und hab sie dann verkauft. Aber ich weiß bis heute, dass das eine fantastische Gitarre war und
bestimmt auch noch ist. Die war einfach perfekt. Aber ich konnte damit tatsächlich nix anfangen. Die war mir immer fremd.

Heute hab ich eine Stanford, die ja eigentlich auch perfekt verarbeitet ist und aus massiven Hölzern.
Mit der wurde ich sofort warm.
Misteriöös, das alles :P
Aber das hat ja jetzt nichts mit altes versus neues Holz zu tun, sorry.

Gruß Diet
Benutzeravatar
Diet
 
Beiträge: 3183
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 20:32

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon Mintage » Donnerstag 3. August 2017, 13:10

Moin,

altes Holz - ein interessantes Thema !

Ich habe die Erfahrung gemacht, das regelmäßig gespielte Gitarren gut klingen - egal, ob das Holz alt oder neu ist.

Ich hatte die Möglichkeit, ein paar Gitarren des ehemaligen Wolf Maahn-Gitarristen (Axel H.) spielen zu können:
die beiden 69er LesPaul Goldtops klangen derart, das ich sie nicht mal ansatzweise als Kaufoption betrachtet hätte
(sollten für durchaus faire 7.500,- Euro verkauft werden ). Die 67er Strat enttäuschte mich nachhaltig - und eine 64er
ES-345 ließ mich vollkommen kalt...!
Das war alles "altes Holz", regelmäßig gespielt, unverbastelt.
Die Spielbarkeit war in meinen Augen schlecht (Griffbrettradius/Bünde/Halsshaping), bei keiner fühlte sich meine
Greifhand wohl (habe kleine Hände, bevorzuge jedoch kräftige Hälse !).

Seine Martin D-28 aus den 50ern haute mich jedoch derart aus den Socken (kein Neck-reset !), das ich meine geliebte
Lakewood tagelang nicht in die Hand nahm, da Zertrümmerungsgefahr bestand (und die spiele ich seit 20 Jahren
regelmäßig !!).

Allerdings hatte ich mal eine 63er Strat in den Händen, bei der alles derart stimmte, das mir die aktuellen Gitarren
der Firma wie Billig-Plagiate vorkamen (nicht handwerklich sondern klanglich gesehen ! ).

Ich bin überzeugt davon, das wir Gitarristen uns frequenzmäßig an unsere Gitarren gewöhnen - und dies auch bei anderen
Gitarren automatisch suchen...! Haben diese anderen Gitarren das nicht, sagt unser Ohr "nein" dazu.
Wäre ich mit "altem Holz" sozialisiert worden, dann könnten meine Ohren wohl mit den aktuellen Gitarren nix anfangen, da
diese nicht so klingen, wie gewohnt.

Ein Beispiel ist meine 1990 gekaufte Les Paul Standard: damals gab es keinen Custom-Shop, die Gitarren waren zu dem
Zeitpunkt einfach gut verarbeitet, mit den richtigen Zutaten - und mit Gewichtsangaben hätte man sich lächerlich gemacht
;-)
Diese wurde über die Jahre optimiert (andere PU`s, originale ABR-1 Rappelbrücke runter und eine Schaller Nashville drauf (nicht rappelnd) Klangregelung umgelötet ) und regelmäßig gespielt: nicht eine einzige Customshop-Paula hat meinen Ohren
bis dato mitgeteilt, das der Sound nicht-paula-like ist, im Gegenteil, sie lassen mich klanglich kalt.
Auch hier vermute ich den frequenzmässigen Gewöhnungsprozeß ;)

Aber auch da gibt es wieder Gegenbeispiele: meine 96er PRS Custom22 ist ein wunderbares Instrument, auch viel gespielt - aber klangliche Entwicklung in meinen Ohren nicht vorhanden, sie klingt wie am ersten Tag. Und genau so geht es mir mit
meiner Vollmassiv-Taylor (312-CE), die ich nur auf der Bühne spiele - da hat sich am Klang seit 18 Jahren auch nix
verändert :shock:

Überrascht bin ich nur von meinen Gretsches: diese klingen von Anfang an rund, verändern dieses auch nicht, was ja
auch schwerfällt, da die 6120 laminierte Boden u. Decke hat und die 6128-1957RI einen hohlgefrästen Mahagony-Korpus,
der mit einer laminierten Ahorn-Decke verschlossen ist - da verändert sich holzmäßig überhaupt nix ;-)

Fazit: Eine Gitarre mit "altem Holz" kann großartig klingen - muß aber nicht.
Man muß lange suchen, um überzeugendes zu finden (Guitar Point als Beispiel dafür, das auch alte Gitarren richtig
schlecht klingen können :twisted: ).
Man sollte nur seinen eigenen (!) Ohren und Händen vertrauen - es sei denn, man sucht eine Wertanlage mit dem Ziel,
diese gewinnbringend irgendwann weiterzuverkaufen ;-)
Neue Gitarren, mit Bedacht und Wissen gebaut, können klanglich ebenfalls der Gral sein !

Grüße
Rainer
Mintage
 
Beiträge: 864
Registriert: Samstag 7. März 2015, 14:50

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon Ingolf » Donnerstag 3. August 2017, 13:40

Mintage hat geschrieben:Ich hatte die Möglichkeit, ein paar Gitarren des ehemaligen Wolf Maahn-Gitarristen (Axel H.) spielen zu können:
die beiden 69er LesPaul Goldtops klangen derart, das ich sie nicht mal ansatzweise als Kaufoption betrachtet hätte
(sollten für durchaus faire 7.500,- Euro verkauft werden ). Die 67er Strat enttäuschte mich nachhaltig - und eine 64er
ES-345 ließ mich vollkommen kalt...!
...

Axel Manrico Heilhecker klang nie wieder so gut wie zur 'Bisse & Küsse'- Tour 1984 (oder so..).
Und damals spielte er eine babyblaue Ibanez Blazer. :undwech:
Benutzeravatar
Ingolf
 
Beiträge: 967
Registriert: Sonntag 24. Januar 2016, 14:59
Wohnort: Hamburg

Re: Altes Holz - Erfahrungen

Beitragvon Mintage » Donnerstag 3. August 2017, 18:41

Ingolf hat geschrieben:
Mintage hat geschrieben:Ich hatte die Möglichkeit, ein paar Gitarren des ehemaligen Wolf Maahn-Gitarristen (Axel H.) spielen zu können:
die beiden 69er LesPaul Goldtops klangen derart, das ich sie nicht mal ansatzweise als Kaufoption betrachtet hätte
(sollten für durchaus faire 7.500,- Euro verkauft werden ). Die 67er Strat enttäuschte mich nachhaltig - und eine 64er
ES-345 ließ mich vollkommen kalt...!
...

Axel Manrico Heilhecker klang nie wieder so gut wie zur 'Bisse & Küsse'- Tour 1984 (oder so..).
Und damals spielte er eine babyblaue Ibanez Blazer. :undwech:



Jaaaaaaah - und er war einer der ersten, der so ein komisches Flightcase hinter sich hatte, in dem verschiedene 19-Zoll-Einheiten parkten :-)

Exkurs: ich finde "Irgendwo in Deutschland" und "Kleine Helden" sind
tolle Platten gewesen, die ganz ohne Lindenberg-Schmock und den verquasten Wahnsinn Grönemeyers auskamen ! Die kann ich heute noch gut hören - und das geht mir nicht bei vielen deutschen Interpreten so ;-)

Grüße
Rainer
Mintage
 
Beiträge: 864
Registriert: Samstag 7. März 2015, 14:50

Vorherige

Zurück zu E-Gitarre

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste

cron

x