Vintage-Verstärker importieren

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Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Plaid » Freitag 29. April 2016, 14:58

Hallo zusammen,
ich spiele mit dem Gedanken, demnächst einen Vintage-Amp aus U.S. of A zu importieren. Jedoch scheint das problematisch zu sein. Generell habe ich schon einiges Equipment importiert, jedoch scheinen alte Verstärker schwierig zu sein. Also habe ich den Zoll angeschrieben. Die meinten, dass Verstärker, die nicht CE-konform sind ggf. am Zoll zerstört werden müssten, ich solle aber mal die Marktüberwachung in Düsseldorf anfragen. Das habe ich dann gemacht. Da gab es eine ähnliche Antwort, nämlich "kein Import, wenn das Gerät nicht den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entspricht". Ausnahmen gäbe es nur für Antiquitäten, alte Verstärker fallen aber wohl nicht darunter. Da es aber in Deutschland Händler für Vintage-Kram gibt, muss es doch einen Weg geben, die haben die Kisten ja auch irgendwie hierhin bekommen.

Weiß zufällig von euch jemand etwas darüber? Am liebsten persönliche Erfahrungen, nicht "ein Freund vom Onkel hat mal jemanden an der Bushaltestelle getroffen, der...". Möchte ungern die Erfahrung machen, dass mein Amp am Zoll vor meinen Augen in den Shredder gesteckt wird, weil der CE-Aufkleber fehlt... :-)

Viele Grüße,

Frank
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Wizard » Freitag 29. April 2016, 15:12

Ich denke ohne CE Kennzeichnung sieht es nicht gut aus ...

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... beK-hqUMdA
Gruß Peter

immer noch aktuell: >>> leben und leben lassen <<<
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon colombo » Freitag 29. April 2016, 15:50

Meines Wissens nach gilt die Konformitätserklärung nur für Produkte, die im EU-Raum in den Verkehr gebracht werden. Das heißt, Ware die im EU-Raum verkauft werden soll. Dies gilt nicht für den Altbestand und Eigenbedarf.

Altbestand muss der Betriebssicherheitsverordnung entsprechen.

Einen Oldtimer den ich Importiere und auch keine CE-Kennzeichnung hat, wird ja auch nicht am Zoll geschreddert. Dieser muss aber auch zu Überprüfung dem TÜV vorgeführt werden.
Bei dem Verstärker verhält sich das ebenso. Dieser wird ja nicht in Umlauf (Verkauf) gebracht, von daher braucht dieser auch keine Konformitätserklärung.

Zur eigenen Sicherheit würde ich den aber auch einem AmpTech zu Überprüfung bringen.

Grüße vom Inspektor
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon BB Kassel » Freitag 29. April 2016, 15:53

Wizard hat geschrieben:Ich denke ohne CE Kennzeichnung sieht es nicht gut aus ...

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... beK-hqUMdA


Hallo Plaid, :banana02:

ein Blick ins Gesetz hilft bei der Rechtsfindung.

--> "Anwendungsbereich
Das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) gilt, wenn im Rahmen einer Geschäftstätigkeit Produkte
auf dem Markt bereitgestellt, ausgestellt oder erstmals verwendet werden. Es gilt unter anderem
nicht für Antiquitäten, für gebrauchte Produkte, die vor ihrer Verwendung instand gesetzt oder
aufgearbeitet werden müssen, für Lebensmittel, Futtermittel, sowie für lebende Pflanzen und
Tiere. "
Das sollte sich doch was machen lassen,oder?
.....
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Deluxeplayer » Freitag 29. April 2016, 16:12

Hi!

Was die Rechtslage angeht bin ich auch kein Fachmann - habe aber schon mehrere alte Amps aus den US of A importiert.
Zuletzt vor 2 Jahren einen (sehr!) alten Gibson-Amp.

Beim Zoll gab es nie Probleme - nur die üblichen Abgaben (rechne mit etwa 20/22 % auf Kaufpreis UND Versandkosten).

Wie schon gesagt - anschliessend sollte der Amp dringend zum Amp-Doktor um einen sicheren + problemlosen Betrieb zu gewährleisten!


LG - Carsten
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Plaid » Freitag 29. April 2016, 16:40

Danke erstmal für die Antworten!
Ich habe nochmal angefragt, ob das nur für Händler gilt, oder auch für Privatpersonen. Mal abwarten.
Blöd ist, dass die Antworten so "schwammig" sind. In der Antwort vom Zoll z.B. stand klar, dass es passieren kann, dass das Gerät zerstört wird. Es stand aber nicht da, dass es auf jeden Fall so sein wird, dies würde von der Marktüberwachung abhängen, die je nach Region diese Regelungen unterschiedlich auslegen würden. Die für mich zuständige Marktüberwachung in Düsseldorf hat halt geschrieben, dass, wenn beim Händler gekauft und die Betriebssicherheit nicht gewährleistet ist, das Teil nicht eingeführt werden darf. Gitarrenverstärker fallen nicht unter die Ausnahmeregel. Im besten Fall heißt das zurück zum Händler, im schlechtesten Fall Schreddern. Von Grautönen war da nicht die Rede. Wenn die Bedingungen am Zollamt nicht erfüllt sind, verlässt das Gerät das Zollamt auch nicht, d.h. ich könnte auch keinen Techniker reingucken lassen um die Unbedenklichkeit zu bescheinigen. Dann gibt es die üblichen Fristen im Sinne von "das Paket darf hier 10 Tage liegen, dann ...". Mir ist natürlich auch klar, dass es auch vollkommen unproblematisch von statten gehen kann, hab ich schon oft am Zoll erlebt: "Was ist das?" - ne elektrische Gitarre - "Aha, wo ist die denn elektrisch?" - kurzer Vortrag über Tonabnehmer - "Gut, dann verzollen wir das als elektrisches Gerät, kostet weniger" - OK, schönen Tag noch.

Vielleicht sollte ich einfach mal mit einem günstigen Amp anfangen und sehen, was passiert :-)

Gruß,
Frank
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Plaid » Montag 2. Mai 2016, 15:17

Hi zusammen,
so, hab die fehlenden Informationen bekommen.
Verkauf von Privat zu Privat ist kein Problem, da kann das Gerät ruhig unsicher sein :-).
Wenn man einen Techniker kennt, der schriftlich zusagt, das Gerät auf den aktuellen Sicherheitsstand zu bringen und für Schäden zu haften, kann auch von einem Händler gekauft werden.

Viele Grüße,

Plaid
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Deluxeplayer » Montag 2. Mai 2016, 16:05

Hi Plaid!

Besten Dank für dein "update" :thumbsup03:

Falls du in der Nähe von D´dorf am Rhein wohnen solltest, kann ich dir ein paar Amp-Techniker empfehlen!


LG - Carsten
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Re: Vintage-Verstärker importieren

Beitragvon Plaid » Dienstag 3. Mai 2016, 15:16

...danke für's Angebot. Wohne tatsächlich in der Nähe (Neuss). Die letzten Male bin ich zum Bierschinken gegangen und war immer sehr zufrieden...

Viele Grüße,

Frank
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