Einen dicken Hals...

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Einen dicken Hals...

Beitragvon kiroy » Mittwoch 11. Oktober 2017, 10:33

Hallo Ihr Gitarrenfachleute!

Mich beschäftigen gerade wieder mal zwei Fragen:

1.) Woran erkenne ich bei einer E-Gitarre ob der Hals dick oder dünn ist?
Ist die Sattelbreite die entscheidende Größe? Die wird ja oft angegeben.
Oder müsste man da mit der Schieblehre irgendwo messen? Breite? Dicke?
Ist die Halsform da aussagefähig? D-Form, V-Form, modern-C (gibt's auch altmodisch-C?)...?

2.) Kann man eigentlich einfach einen dickeren Hals an eine Strat dranschrauben oder muss da ggf. noch mehr angepasst werden?

Hintergrund ist, dass ich beim vorletzten Gig plötzlich einen Krampf in die linke Hand bekommen habe. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich an dem Abend versucht, jeweils ein ganzes Set mit einer Gitarre zu spielen und nicht mittendrin zu wechseln. Ich glaube, ich habe den Krampf nur bei der Strat bekommen. Bei der Les Paul hatte ich das (glaube ich!) nicht. Die Les Paul hat nach meinem Empfinden einen kräftigeren Hals - er ist jedenfalls breiter. Vielleicht lags daran und ich sollte mich nach einem dickeren Hals für die Strat umsehen.
Oder nach einer anderen Gitarre mit kräftigem Hals. :banana01:

Könnt Ihr da mal etwas Licht in das Dunkel meiner Unwissenheit bringen? ;)
Vielen Dank schon mal.
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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon Diet » Mittwoch 11. Oktober 2017, 11:16

kiroy hat geschrieben:Hallo Ihr Gitarrenfachleute!

Mich beschäftigen gerade wieder mal zwei Fragen:

1.) Woran erkenne ich bei einer E-Gitarre ob der Hals dick oder dünn ist?
Ist die Sattelbreite die entscheidende Größe? Die wird ja oft angegeben.
Oder müsste man da mit der Schieblehre irgendwo messen? Breite? Dicke?
Ist die Halsform da aussagefähig? D-Form, V-Form, modern-C (gibt's auch altmodisch-C?)...?

2.) Kann man eigentlich einfach einen dickeren Hals an eine Strat dranschrauben oder muss da ggf. noch mehr angepasst werden?

Hintergrund ist, dass ich beim vorletzten Gig plötzlich einen Krampf in die linke Hand bekommen habe. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich an dem Abend versucht, jeweils ein ganzes Set mit einer Gitarre zu spielen und nicht mittendrin zu wechseln. Ich glaube, ich habe den Krampf nur bei der Strat bekommen. Bei der Les Paul hatte ich das (glaube ich!) nicht. Die Les Paul hat nach meinem Empfinden einen kräftigeren Hals - er ist jedenfalls breiter. Vielleicht lags daran und ich sollte mich nach einem dickeren Hals für die Strat umsehen.
Oder nach einer anderen Gitarre mit kräftigem Hals. :banana01:

Könnt Ihr da mal etwas Licht in das Dunkel meiner Unwissenheit bringen? ;)
Vielen Dank schon mal.


Hi Roland,

die Sattelbreite allein sagt nur die Hälfte aus, würde ich sagen.
Es gibt j z.B. auch recht breite, dafür aber flache Hälse.
Die Real Guitar Strats und Teles, die ich so in der Hand hatte hatten alle z.B. ein gar nicht mal so breites Griffbrett,
dafür aber einen enormen Bauch nach hinten raus sozusagen. Ein schmales bauchiges U sozusagen.
Bei einer Fender CS Tele, die ich kürzlich in HH ausprobiert hab, war das auch so. Je öfter ich das in der Hand hab, desto
mehr gefällt mir das. Die Griffbrettbreite muss aber stimmen.

Einen dickeren Hals an eine Strat oder Tele bauen geht. Der Halsfuß bleibt ja in der Regel gleich bei Replacementhälsen und
passt dann in einen Standard Strat oder Telebody, egal, wie dick der Hals letztendlich ist.

In der Warmoth Website steht z.B. einiges über die möglichen Halsformen, die man bestellen kann. Das ist ganz interessant.
Schau da doch mal rein. http://www.warmoth.com/Guitar/Necks/BackContours.aspx

Ich finde breitere Griffbretter und dickere, aber nicht übertrieben dicke Hälse entspannter. Das schlimmste für mich ist ein zu schmales
Griffbrett. Ich hab aber auch eher Wurst- als Klavierfinger :mrgreen:

Vielleicht spielt für Dich ja aber auch die Mensurlänge eine Rolle? Bei mir ist das so. Auf der kürzeren Gibson Mensur finde ich alles deutlich entspannter
als auf der längeren Fender-typischen. Und Du hast ja geschrieben: Krampf bei Strat, bei Paula aber nicht.

Gruß Diet
Zuletzt geändert von Diet am Mittwoch 11. Oktober 2017, 11:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon Manuel » Mittwoch 11. Oktober 2017, 11:18

Hi Roland,

da ich auch auf kräftige Hälse stehen kann ich dich gut verstehen. Ich empfinde die auch als wesentlich angenehmer und "ermüdungsfreier".
Es ist aber echt schwierig hier in D einen kräftigen Hals oberhalb des Durschnitts zu bekommen. Die von Rockinger finde ich noch O.K.

https://www.rockinger.com/index.php?list=WG034

Schau dir mal diesen Thread an:

http://www.gitarrenbu.de/viewtopic.php?f=8&t=2335

Der dort genannte Gitarrenbauer hat mir einen Custom-Hals für einen sehr guten Preis angeboten. Hab ich aber leider noch nicht in Anspruch genommen.

Zu Profilen und Stärken findet man auf der Warmoth-Seite gute Infos:

http://www.warmoth.com/Guitar/Necks/BackContours.aspx
Grusz,

Manuel

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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon setneck » Mittwoch 11. Oktober 2017, 11:29

Hallo Roland,

zu 1) ich nehme den Hals in die linke Hand, dann merke ich das. Man kann (wenn zur Hand) natürlich auch mit der Schieblehre (wie heißt das noch korrekt?) von Griffbrett zu Halsrückseite messen.
Die Sattelbreite macht den Hals nicht dicker, sondern breiter :mrgreen: , das fühlt sich evtl. kräftiger an, weil ja mehr zu umspannen ist, kann aber auch wegen des Verhältnisses Dicke:Breite flacher wirken.
Die Form macht das Bespielen für die verschiedenen Geschmäcker mehr oder weniger komfortabel, meist wird ja an den "Seiten" der Rundung Material abgetragen, was dann von U, D, oder C zu V tendiert.

zu 2) ich denke, das ist kein Problem, solange mensur sowie Halsfuß und -tasche passen. Habe aber selber (noch?) keine Erfahrung damit

Ich möchte an dieser Stelle nochmal sagen, dass ich den Unterschied zwischen C- und D-Profil nicht verstanden habe. V ist klar, bei U ist noch eine gerader Seitenanteil vorhanden, C und D ist für mich eher gleich (offene Hälse machen keinen Sinn) - macht mich schlau!

Außerdem bin ich seit einigen Jahren auf dem "nackten-Hals-Trip". Da komme ich auch mit sinst weniger komfortablen Profilen zurecht - ok, V muss nicht sein...
Schöne Jrööss,
Thomas
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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon Diet » Mittwoch 11. Oktober 2017, 11:56

setneck hat geschrieben:
Ich möchte an dieser Stelle nochmal sagen, dass ich den Unterschied zwischen C- und D-Profil nicht verstanden habe. V ist klar, bei U ist noch eine gerader Seitenanteil vorhanden, C und D ist für mich eher gleich (offene Hälse machen keinen Sinn) - macht mich schlau!
...


Hi Thomas,

dazu fällt mir wieder eine Fender CS Tele ein, die ich letztens in HH ausprobiert hab.
Die hatte wirklich ein echtes C, also das Griffbrett war da einen Tick schmaler als die größte Breite des Halses.
Das lag ganz komfortabel in der Hand, sowas hab ich vorher aber noch nie bewusst irgendwo an einer anderen Gitarre gesehen.

Gruß Diet
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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon tommy » Mittwoch 11. Oktober 2017, 12:07

Moin Roland,

Du hast hier ja schon gute Erklärungen erhalten, insofern möchte ich nur ergänzen:

Die Halsbreite wird von Kante zu Kante gemessen. Einmal am Sattel und einmal am Halsfuß. 41-42 / 51-52 ist eher schmal bis normal, 43-44 / 53-54 eher breit.

Die Dicke wird zwischen Unterkante Rundung und Oberfläche Griffbrett zwischen den Bünden gemessen. Einmal vor dem Sattel und einmal zwischen dem 11. und 12. Bundstäbchen. 19-22 / 20-23 ist eher dünn bis normal, 23-25 / 24-26 ist eher dick.

Nur mal so als Anhaltspunkte.

Die Formen hast Du ja schon bekommen.

Leider ist es so, dass man sehr gut merkt, wenn man mit einem Hals nicht klarkommt. Daraus läßt sich aber meiner Erfahrung nach überhaupt nicht einwandfrei schließen, welcher der richtige sein müsste. Da hilft m.E. wirklich nur ausprobieren. Klar gibt es wahrscheinliche Tendenzen. Aber wenn Du bspw. mit einem dünnen C Hals nicht klar kommst heißt das noch lange nicht, dass Dir ein dicker U Hals besser passt.

Ich würde mal in einer größeren Gitarrenabteilung einen ganzen Sack voll unterschiedlicher Gitarren eines ähnlichen Typs trocken ausprobieren. Da merkst Du recht schnell, welche sich für Dich am lässigsten spielen lässt. Die nimmst Du dann näher unter die Lupe und versuchst mithilfe des sachkundigen Verkäufers Halsprofil, Halsdicke, Halsbreite und Mensur herauszufinden. Das ist dann sozusagen erst einmal Deine grobe Referenz.
Diese wiederum ist aber auch nicht zwingend allgemeingültig auf alle Gitarrenformen anzuwenden, sondern nur auf den betreffenden Typ. Bei einer Gitarre mit völlig anderer Ergonomie (z.B.: Wie weit entfernt von meinem Körper ist die übliche Greifhand...Music Man=sehr nah, Gibson Firebird=sehr weit links) kann es schon wieder andere ideale Halsformen geben.

Du merkst, es ist alles nicht so in Stein gemeißelt sondern recht individuell. Du kannst nur eine gewisse allgemeingültige Tendenz für Dich herausfinden. Von extrem unterschiedlichen Hälsen bei Strat und Tele bspw. ist nicht auszugehen. Die möglicherweise wichtige Feinabstimmung ist dann aber ganz speziell vom Objekt der Begierde (Typ/Form) abhängig.

:prost:
LG Tommy


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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon partscaster » Mittwoch 11. Oktober 2017, 12:13

Messen bringt da eigentlich gar nichts. Außer man möchte aus der Ferne einen Anhaltspunkt haben. Aber da jeder das jeweilige Messgerät anders ansetzt und ein Millimeter mehr oder weniger sich bei so einem Hals schon deutlich anders anfühlen kann, ist das alles mit Vorsicht zu genießen. Da hilft wieder nur das selbst Erfühlen.

Die Angaben zur Form wie D, U, C, V... sind mir immer suspekt. Ich empfinde das oft anders. Für mich sind die meisten modernen Formen bei Fender ein C und die älteren ein D, wenn man annimmt, dass das C etwas breiter ist aber weniger Bauch hat. Bei den alten Originalen war die Sattelbreite in der Regel etwas geringer und das Profil meist kräftiger als es bei z.B. Fenders American Standard der Fall ist. Daher passt die Beschreibung für mich so. V ist ja sehr übertrieben ausgedrückt. Was das ist, kann man bei der Clapton Signature und bei der Classic 50's Strat gut fühlen. Die Flanken sind halt schlanker. U ist eher selten anzutreffen. 54er Teles aus dem Custom Shop haben das oft. Das ist aber wirklich sehr fett. Halbierter Baseballschläger eben.

Wie gesagt: da hilft wieder nur probieren. Was bei Austauschhälsen ja leider kaum möglich ist. Wenn einem der Taler sehr lose in der Tasche sitzt, kann man mit einer sich gut anfühlenden Gitarre zum Gitarrenbauer gehen, und sich den Hals "klonen" lassen. Aber auch das ist irgendwie ein Glücksspiel.

Ich habe schon oft auf dem Papier Sachen gut gefunden oder ausgeschlossen, die sich beim erfühlen dann wieder völlig anders darstellten. Deswegen werde ich - häufig großer Verlockung zum Trotz - keine Instrumente mehr aus der Ferne kaufen, ausser es gibt eine Rückgabemöglichkeit.

Bei mir half es übrigens in ähnlichen Fällen schon öfter, die (Spiel-)Position der Gitarre, die Saitenstärke oder das Setup (Saitenlage) zu verändern. Die Les Paul hängt für meine Begriffe am Gurt weiter rechts. Bei der Strat müssen Arm und Hand weiter nach links gestreckt (abgeknickt?) werden. Da kann es helfen, die Gitarre links etwas höher zu halten bzw. den Gurt so einzustellen, dass das Instrument von alleine in diese Position kommt.

Grüße
Michael
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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon tommy » Mittwoch 11. Oktober 2017, 12:45

Da fällt mir noch ein.....

Standardhälse von Gitarren Stangenware sind meistens ein Kompromiss zwischen Dudel- und Akkordfähigkeit. D.h. sind Akkorde in Halsnähe bequem zu greifen, können Solo Lines in höheren Lagen möglicherweise zu Verkrampfungen führen oder umgekehrt.
Erst im hochpreisigeren oder CS Segment werden dann teilw. individuelle Compound Hälse angeboten.

Man muss sich also eventuell je nach Spielvorlieben entscheiden, welche Seite des Halses bequemer passen sollte.

Ich schrieb "meistens", was bedeutet, dass ich hin und wieder auch schon bei günstigeren Gitarren entsprechend angepasste Hälse in den Händen hatte (bspw. rundlich mit 9" Griffbrettradius in Sattel- und eher flach mit 12" Griffbrettradius in Halsstocknähe etc.).

In Anbetracht dieser unendlich vielen genannten Faktoren ist es eigentlich Wahnsinn, eine Gitarre die einmal so richtig passt, wieder zu verkaufen! :kopf_kratz01:


@Roland: Too much information? :)

Manchmal neige ich zur Krümelkackerei, sorry! Ausprobieren ist eigentlich ausreichend. Die Gitarre, die sich in allen Belangen und Bereichen leicht und lässig bespielen lässt ist in aller Regel auch die richtige! Man muss nur wirklich kritisch sein und sich nicht blenden lassen. Eine klassische 6saitige Rickenbacker wird bspw. keinen dicken Hals aufweisen und eine 52er Tele keinen spiddeligen. Da muss man dann ggf. Verzicht üben. :prost:
LG Tommy


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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon kiroy » Mittwoch 11. Oktober 2017, 14:00

Uiiii! :o Ja! Da sind ja wirklich schon eine Menge Infos zusammengekommen.
Vielen Dank erst mal! Auch für die Links. :thumbsup03:

Den Hintergrund meiner Fragen habe ich ja schon geschildert. Bis von 2 bis 3 Jahren wusste ich gar nicht, dass es unterschiedliche Hälse gibt. Ich habe nur auf die Saitenlage geachtet (möglichst flach). Erst als ich mal eine Fender Baja Tele gekauft hatte und damit überhaupt nicht zurecht kam, hat mir jemand erklärt (ich glaube, es war Magman), dass der Hals sehr kräftig ist, dies ein V-Profil sei und dass es noch einige andere Profile/Dicken gibt. :oops:
Von da an, dachte ich, ich stehe eher auf dünne Hälse (trotz meiner großen Hände - Schuhgröße 46).

Der Krampf in der linken Hand hat mich unsicher gemacht und so suche ich jetzt nach einer Lösung, dass dies nicht mehr auftritt (Magnesium-Pülverchen hab' ich schon). Wenn ich bei Thomann die Gitarren durchsuche, gibt es höchstens die Angaben zur Sattelbreite. Aber das sagt, wie ich schon vermutet habe, nichts über die Dicke des Halses aus.

Am liebsten würde ich ja mal eine Weile verschiedene Hälse ausprobieren und schauen, welcher mir besser liegt.
Aber 1. kann ich ja nicht mehrere Gitarren gleichzeitig bei Thomann bestellen und 2. weiß man eben nach der Beschreibung nicht, welches nun ein dickerer Hals ist. :kopf_kratz01:
Außerdem kann es ja gut sein, dass ich gar keinen dickeren Hals brauche, sondern nur einen breiteren. :)

Hm, ja, der Unterschied zwischen C-Hals und D-Hals war mir bisher auch nicht klar. Diet hat aber eine einleuchtende Erklärung geliefert.

Ah, tommy kann sogar mit konkreten Zahlen aufwarten. Danke! :thumbsup03:
Die nehme ich einfach mal als Anhalt, um zu probieren, in welche Richtung (dicker oder breiter oder sonst was) ich schauen sollte.
Um die Dicke des Halses messen zu können, muss man die Saiten wenigstens ganz entspannen, damit man mit der Schieblehre bis zur Mitte des Griffbretts kommt. Oder sehe ich das falsch?

Nein, nicht too much information! :thumbsup03: Und mit Krümelkackerei kenn ich mich aus. Ist ja mein Beruf. :mrgreen:
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Re: Einen dicken Hals...

Beitragvon Mintage » Mittwoch 11. Oktober 2017, 14:29

Moin Roland,

ich habe ja auch regelmäßig Auftritte, bei denen ich den Gitarrenhals ca. 5 bis 6 Stunden mit der Hand umschließen muß...!
Und da kommt neben dem Gewicht der Gitarre die Halsform entscheidend in den Vordergrund: meine
87er American Standard Strat war meine erste gute Gitarre -aber der Hals lag komisch in der Hand, ich fühlte mich nicht
wohl, konnte das aber nicht in Worte fassen ( viele andere kamen damit ja klar..).
Eine folgende Telecaster war da halsmäßig schon entspannter - aber erst der LesPaul-Hals fühlte sich perfekt an !

Wie also dieses Gefühl auf die Strat übertragen ( die für mich bis heute der Inbegriff der Allround-Gitarre ist ) ?
Ich erwarb weitere Strats - bis ich Jörg Tandler kennenlernte: dieser flanschte mir auf meine damalige Arbeitsstrat
(95er American Standard Strat mit Palisandergriffbrett und einem ätzend dünnen Hals ) einen seiner Hälse drauf,
mit einer Breite u. Durchmesser, die fetter als mein LesPaul-Hals waren...! Diese Strat ist bis heute meine einzige
Gitarre in der Arbeitsband: das dort im Vordergrund stehende rhythmische Spiel wird durch den dicken Hals insofern
unterstützt, da meine Greifhand die Akkorde dank des kräftigen Profils entspannt halten kann. Endloses solieren fällt
bei dieser Band weg, da die verlangten Soli prägnant u. auf dem Punkt sein müssen. Wäre es umgekehrt, dann würde ich
meine "Komplett-Tandler-Strat" spielen, da deren Halsprofil etwas dünner ist und somit längeres Solieren leichter von statten
geht !

Der Compound-Radius von 9,5 auf 12-Zoll-Radius wie bei manchen Fender-Strats ist für mich (!) das bis dato tollste
Halsshaping - egal ob endlose Akkorde oder endloses Solieren, beides schmeichelt der Greifhand ;-)

Und ein Krampf in der Greifhand wird m.Mg. nach vor allem durch Überlastung/Fehlhaltung ausgelöst - für Musiker, die
mehr als 2-stündige Konzerte geben ist das Thera-Band-Training unumgänglich !

Ich würde an Deiner Stelle noch nicht aktiv werden bzgl. Neuanschaffung, da Du ja die letzten Jahre "krampffrei" die
Gigs abreißen konntest. Bist Du nicht gerade umgezogen ? Die Schlepperei schlägt sich ja auch in Sehnen/Bändern/Muskulatur
nieder. Und da Gitarrespielen ja eh schon eine Fehlhaltung für den Körper bedeutet, solltest Du Dir eh ein Schulter/Nacken/
Brust/Rückenmuskulatur-Training auferlegen: 10 Minuten Thera-Band-Training täglich haben dafür gesorgt, das mir seit
Jahren das Gewicht der Gitarre bzw. das Spielen auf dieser auch nach 5 Stunden nicht aufs Gemüt schlägt...!
Und diese paar Minuten täglich hat jeder - spätestens wenn man irgendwas im Fernsehen schaut ;-)

Grüße
Rainer
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