Krumme Takte

Die dunkle Seite der Macht

Re: Krumme Takte

Beitragvon Diet » Mittwoch 3. Januar 2018, 09:17

setneck hat geschrieben:
FretNoize hat geschrieben:...Musiker sind eben meistens keine Mathematiker. Besser wär natürlich ein 3/3 oder 9/9 Takt.

Nein, es geht ja nicht darum, einen Takt "voll zu machen", sondern um das Verhältnis der Noten zueinander!
Stell Dir mal vor, das änderte sich bei jedem Taktmaß :shock: .


Da kommen wir wohl an den Kern der Sache.
Irgendwie bin ich da anscheinend begriffsstutzig :mad01:
Ich verstehe schlicht nicht, wieso man beim 9/8 auf Achtel als Einheit kommt.

Jeder zählt und hört aber anscheinend auch echt anders bzw. nicht jedes 9/8 Stück fühlt sich gleich an.

Beim besagten 9/8 las ich im Netz, das zähle man in drei Dreiergruppen. 123223323 und wieder von vorne..
Das geht für mich nur, wenn wirklich eine Betonung auf dem ersten Ton der Dreiergruppen liegt.
Das ist aber (zum Glück) ganz und gar nicht Gesetz oder Norm.
Werden die Betonungen verschoben, hat man immer noch 9/8, aber es fühlt sich ganz anders an
und ich zähle das dann auch anders.
Bei I hung my Head von Sting ist das z.B. so.

Gruß Diet
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Re: Krumme Takte

Beitragvon Butterkräm » Mittwoch 3. Januar 2018, 09:56

Man könnte ja auch 18/16el sagen, aber das wird dann sehr unübersichtlich!
Achtel passen da einfach besser, weil übersichtlich und und Viertel scheiden aufgrund der krummen Ergebnisse aus! ;-)
SAYEE ist Geschichte...!

Jetzt ist JETZTER:
https://youtu.be/VNsS6tfkrzk
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Re: Krumme Takte

Beitragvon tommy » Mittwoch 3. Januar 2018, 09:57

Ist die Taktangabe nicht auch immer im Verhältnis zu den BPM zu sehen? Um keine krummen Zahlen zu erhalten (4,5/4) werden die Zahlen so lange erhöht, bis ganze dabei herauskommen. Entsprechend werden die BPM angepasst (bspw. anstatt 4,5/4 bei 120 BPM - 9/8 bei 60 BPM) und alles ist wieder im Lot.
Gleichzeitig verteilen sich Betonungen innerhalb eines Taktes und nicht über 2.
LG Tommy


Wein auf Bier, das lob' ich mir!......Bier auf Wein, das lob' ich mir!
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Re: Krumme Takte

Beitragvon 75Deluxe » Mittwoch 3. Januar 2018, 10:31

Diet hat geschrieben:...
Jeder zählt und hört aber anscheinend auch echt anders bzw. nicht jedes 9/8 Stück fühlt sich gleich an.

Beim besagten 9/8 las ich im Netz, das zähle man in drei Dreiergruppen. 123223323 und wieder von vorne..
Das geht für mich nur, wenn wirklich eine Betonung auf dem ersten Ton der Dreiergruppen liegt.
...


Ja, anscheinend zählt jeder anders.
Das mit den Dreiergruppen funktioniert für mich meistens auch nicht.
Was mir aber immer hilft, ist mich an der Snare zu orientieren!
Dann kann ich das „singen“ und muss letzlich nicht mal mehr zählen.
Bei Hung my head ist die Snare auf 3 und 8 - versuch‘s doch mal auf diese Art!
Eigenbau-Strat, Gibson Les Paul DeLuxe, Rickenbacker 660/12, Gretsch 5422 TDC, 2xFender Blues Junior III (mod.), Taylor 456/12ce, Taylor GS Mini e-Koa, Maruszczyk Jake 4+Bass, Squier Matt Freeman Preci, RecordingKing Lapsteel, Washburn Mandoline, ...
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Re: Krumme Takte

Beitragvon SilviaGold » Mittwoch 3. Januar 2018, 12:08

Diet ...betrachte mal:

EINE GANNZE NOTE
alle anderen Notenwerte oder Pausen sind darauf bezogen und werden abgeleitet ..die EINE Ganze wird also zerteilt.
In entweder 2 Halbe, 4 Viertel, 8 Achtel, 16 Sechzentel etc.... Notenwerte oder Pausenwerte... (Punktierte mal aussen vor)
EINE Ganze Note oder deren zerteilte Notenwerte oder Pausen füllen dann den: EINEN Ganzen Takt.
Das ist die Grundlage!

Wie ich das jetzt so übernommen und aufgefasst habe:

Die am gebrauchlichsten Takte benutzen Viertel oder Achtel:
Man kann 1 Viertel auch als 1 Beat betrachten - ja das kann man so sagen!
oder bei Takten aus Achteln, die Achtel als je 1 Beat nehmen. :)

Ein ganzer Takt besteht also aus einer Anzahl dieser Viertelnotenwerte oder Beats genannt:

2/Viertel Takt besteht aus 2 rhythmischen Viertelnotenwerten mit Grundschlag auf 1 2
3/Viertel Takt besteht aus 3 rhythmischen Viertelnotenwerten mit Grundschlag auf 12 3
4/Viertel Takt besteht aus 4 rhythmischen Viertelnotenwerten mit Grundschlagauf 1 2 3 4
5/Viertel Takt besteht aus 5 rhythmischen Viertelnotenwerten mit Grundschlag auf 1 2 3 4 5 ...ab hier kann man betonen oder zusammenfassen wie es "klingen" soll und angenehm ist. zb 1 2 3 _4 5
.... etc. Das _ schafft Raum für Atmung und quasi Feeling :)


oder es gibt zB Takte die sind auf Achtel bezogen (wegen anderer Grundschlagbetonung und/oder besserer Lesbarkeit)

6/Achtel Takt besteht aus 6 rhythmischen Achtelotenwerten Grundbetonung auf 1 2 3 4 5 6
12/Achtel Takt besteht aus 12 rhythmischen Achtelotenwerten ... hier kann man betonen oder zusammenfassen wie es "klingen" soll und angenehm ist. zb 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2 3 oder besser als langsame Triolen (Shuffle) 1erlei2erlei3erlei4erlei

...man sollte man auch weiterfragen. Wo ist der Takt gebräuchlich, Wo ist er abgeleitet? Wie hört/fühlt er sich an?
aus Blues, Marsch, Latin ... welches Feeling bringt/soll er rüberbringen. ,,,mal Mittanzen ;)

Rhythmus bleibt ein GrundFEELING! und die Notierung ist wie bei Notenaschrift nur Hilfsmittel.
Es gibt ja auch das Halftimefeeling, Swing, Drive, LaidBack - alle Rhythmen kommt letzlich aus einem Gefühl :D

Mit dem Kopf - ohne das man das innerlich im Körper oder Geist in fluss kommt wird das mMn nichts,
...ausser "ganz natürlich :lol: " etwas für Jazzspezialisten ohne Publikum oder besondere Kunstmusik :shock:


Es gibt so vieles was man darüber lernen könnte und viele viele Seiten im Netz....go for it time for time :D
Das isnd meine 432 cents dazu.

LG Andrea
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Re: Krumme Takte

Beitragvon Loki » Mittwoch 3. Januar 2018, 12:31

SilviaGold hat geschrieben:Ein ganzer Takt besteht also aus einer Anzahl dieser Viertelnotenwerte oder Beats genannt:
...
5/Viertel Takt besteht aus 5 rhythmischen Viertelnotenwerten


und genau da wird es unlogisch, eine Einheit kann nicht in 5 Viertel zerlegt werden. Da gebe ich Diet absolut Recht, mathematischer Unsinn. Einen Euro kann ich auch nicht in 6x20 Cent zerlegen

Einfachste Lösung: Schneller spielen, damit man alle 9 Achtel im Takt unterkriegt :lol:
Lust ist, wenn ich spiele. Frust ist, wenn ich mich höre
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Re: Krumme Takte

Beitragvon SilviaGold » Mittwoch 3. Januar 2018, 13:00

AHA...jetzt und wirklich erst jetzt habe ich verstanden wo "Euer" Problem damit liegt. :? ..mir war das trotz Eurer Kommentare nicht aufgefallen...was da vor sich geht. Naja ich habe geschrieben wie ich damit umgehe.

Vieleicht gibts ja jemand der auch mir den Sachverhalt anschaulich erklären kann, ...vieleicht hat der Entwickler der Notation sich einfach erlaubt "Outside the box" zu denken. Na ich denk mal,es muss noch besserere gedankliche Herangehensweisen das verständlich zu machen...was hier stattfindet.
Hängt das mit Zahlensysthemen im allgemeinen zusammen? Man kann wohl nicht allen auf alles beziehen ..irgendwo bleiben Lücken wenn man anfängt die Wirklichkeit mit Logik voll erklären zu wollen. Mathematik ist ja auch nur eine kleine Welt unter gegebenen Bedingungen...
es ufert aus PUNKT


...und bin froh das ich seit gut 25 Jahren bewusst nach dem Spruch lebe:
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Re: Krumme Takte

Beitragvon partscaster » Mittwoch 3. Januar 2018, 13:29

Loki hat geschrieben:
SilviaGold hat geschrieben:Ein ganzer Takt besteht also aus einer Anzahl dieser Viertelnotenwerte oder Beats genannt:
...
5/Viertel Takt besteht aus 5 rhythmischen Viertelnotenwerten


und genau da wird es unlogisch, eine Einheit kann nicht in 5 Viertel zerlegt werden. Da gebe ich Diet absolut Recht, mathematischer Unsinn. Einen Euro kann ich auch nicht in 6x20 Cent zerlegen

Einfachste Lösung: Schneller spielen, damit man alle 9 Achtel im Takt unterkriegt :lol:


Hier liegt glaube ich ein Denkfehler vor. Die untere Zahl gibt den Notenwert an, nicht die Taktlänge. Bei z.B einem 5/4 Takt zählt man 5 Schläge in Viertelnoten.

Grüße
Michael
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Re: Krumme Takte

Beitragvon Diet » Mittwoch 3. Januar 2018, 14:00

partscaster hat geschrieben:
Loki hat geschrieben:
SilviaGold hat geschrieben:Ein ganzer Takt besteht also aus einer Anzahl dieser Viertelnotenwerte oder Beats genannt:
...
5/Viertel Takt besteht aus 5 rhythmischen Viertelnotenwerten


und genau da wird es unlogisch, eine Einheit kann nicht in 5 Viertel zerlegt werden. Da gebe ich Diet absolut Recht, mathematischer Unsinn. Einen Euro kann ich auch nicht in 6x20 Cent zerlegen

Einfachste Lösung: Schneller spielen, damit man alle 9 Achtel im Takt unterkriegt :lol:


Hier liegt glaube ich ein Denkfehler vor. Die untere Zahl gibt den Notenwert an, nicht die Taktlänge. Bei z.B einem 5/4 Takt zählt man 5 Schläge in Viertelnoten.

Grüße
Michael


ääh :kopf_kratz01:
5 Schläge in Viertelnoten

Das macht für mich dann 1,25 Takte :D

Ich glaub, ich gebe auf, ich kapier das nicht :mimimimi: :lol: ;)

Wie gesagt, es geht mir nur ganz kleinkariert wortklauberisch um die Bezeichnung.
Was da eigentlich los ist, das ist mir schon klar :banana03:

Gruß Diet
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Re: Krumme Takte

Beitragvon partscaster » Mittwoch 3. Januar 2018, 14:16

Der Takt ist ja eben nicht 4 Viertel lang, sondern 5. Deswegen ist er dann ja für uns auch "krumm", weil wir wohl 4/4 als "Standard" gespeichert haben.

Der Taktstrich wird wie gesagt nicht vom Wert unterm Bruchstrich definiert, sondern vom oberen.

Grüße
Michael
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