Muss denn echt alles immer so gut klingen?

Produktion, Homerecording & PA

Re: Muss denn echt alles immer so gut klingen?

Beitragvon Big Al » Donnerstag 20. Dezember 2018, 15:42

Chris_1981 hat geschrieben:Aber wieso schließt denn das eine das andere aus?

Wenn ich selbst Musik mache und dann feststelle das mich die "fancy" Plugins (was versteht ihr darunter eigentlich?) Kreativ weiterbringen und den Song vervollständigen - warum dann nicht auch nutzen?

Manchmal macht das Experimentieren ja auch Spass. Bei einem Lied war ich mit dem Gesangsteil sehr unzufrieden. Irgendwie klang das nicht so wie ich wollte. Dann habe ich ein Tapeplugin drübergelegt und dort eine Extremeinstellung benutzt. Plötzlich klang es in meinen Ohren Interessant und passender im Kontext des Liedes.

Wieso soll nicht beides möglich sein?

Ich suche PlugIns nach einem für mich funktionierenden Prinzip aus: Die Presets müssen passen. Ich komme selbst mit den vielen Reglern nicht zurecht die Plugins bieten. Gibts aber Presets die Funktionieren, nutze ich das Plugin weiterhin.


Das ist damit nicht gemeint. Du hast in deiner Werkzeugbox ein paar gute Schraubzieher, Schraubenschlüssel, eine Ratsche usw. und dann auch immer ein paar Spezialwerkzeuge. Oder auch beim Kochen: Da gibts das eine Gewürz, das knallst du nicht überall rein, nur bei einem Gericht kannst und willst du nicht drauf verzichten. Und so ist es mit Plugins und Effekten. Zum einen macht es doch die Dosis und das es was besonderes ist. Standard Plugins sind für mich EQ, Comp, Reverb, Delay - da habe ich schon Kanalzüge vorkonfiguriert. Und manchmal will man den einen bestimmten Sound, dann kennt man das "geheime Gewürz" schon (Bandsättigung, Rotierendes, Gitarreneffekte, Panning Effekte etc.) und macht es rein oder man geht auf die Suche. Oder es ist eben Make Up... De-Esser, Pitch Correction.

Und dann gibt es Leute, die sind immer auf der Suche oder Denken sie müssten es... verstehste? Kommt auf dein Ziel an.
Denk da lieber nochmal drüber nach (Stoppok)
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Re: Muss denn echt alles immer so gut klingen?

Beitragvon heiko7471 » Samstag 22. Dezember 2018, 10:26

Wie muss was klingen, was muss überhaupt ... hier mal meine Meinung ...

Ich würde mal 2 Schritte zurück gehen und weg von Homerecording, Studio und Plugins ... Hört euch mal den puren Klang einer Kickdrum im Proberaum an - ohne Mikrophone, ohne Technik ... und dann erinnert euch daran wie die Kickdrum heutzutage auf einer typsichen Produktion klingt ... 2 Welten ...

So, jetzt spaltet euch in das Lager der Puristen die es eher unverfälscht haben wollen und in das Lager derer, die einen fette, druckvollen Sound wollen.
Falls das nicht genügt macht noch die Schubladen der Musikstile und Jahre auf - 70´er, 80´er, 90´er ... Pop, Rock, Jazz, Metal, Blues ... da kommen dann automatisch die Disukssionen auf a la "Plastik vs. organisch", "Chorus vs. Tremolo", "Plate Reverb vs. Church Room" ... "Muffig vs. glänzend" ...

Eine unendliche Debatte in der am Schluss irgendwie jeder aus seiner Sicht Recht hat und eben doch nicht, weil es eine Geschmacksfrage ist - und für die gibt es kein Patentrezept.

Schlussendlich: Es gibt grottig aufgenommene Stücke in der Musikgeschichte die heute immer noch "geil" sind, trotz verstimmter Gitarre, miesem Sound und fürchterlicher Effekte ... ein gutes Stück Musik von einem guten Musiker eingespielt kriegt man halt doch nicht so leicht kaputt!
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Re: Muss denn echt alles immer so gut klingen?

Beitragvon MonacoFranke » Samstag 22. Dezember 2018, 11:19

Diet hat geschrieben:Moin,

was ist beim homerecording wichtig?
Die neuesten besten plugins und die geheimsten mixing und mastering Geheimnisse...

Eins meiner Lieblingsalben:



Ja, großartiges Album. Bruce hatte es meines Wissens ursprünglich als Demo für ein späteres Rockalbum auf einem 4-Spur Teac Portastudio mit Shure SM-57 Mikros aufgenommen und die Kassette ohne Hülle herumgetragen. In einem Museum habe ich auch einmal den Fender Champ gesehen, über den er die wenigen E-Gitarren gespielt hat. Es wurde allerdings gemastert. Er hatte es wohl zu leise eingespielt, was dann immer Probleme mit Nebengeräuschen macht. Aber wem sag ich das, ihr seid ja erfahrene Rekorder.

Ein weiteres gutes Beispiel ist Michelle Shocked mit den Texas Campfire Tapes, angeblich aufgenommen auf einem Sony Walkman.

Wobei ich glaube, beide Alben waren Schwerstarbeit für den Mastering-Prozess im Studio. Aber die Basis war musikalisch großartig.

Beste Grüße
Frank
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