Bass Ukelele

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Diet
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Bass Ukelele

Beitrag von Diet » Dienstag 5. Januar 2021, 18:00

Moin,

seit einem Tag hab ich jetzt eine bundlose Bass Ukelele.
Und zwar so eine: https://www.musicstore.de/de_DE/EUR/J-D ... 062b6de104

Den ganzen Tag hab ich damit herumprobiert und mir einen ersten Eindruck verschafft.
Die Verarbeitung ist völlig in Ordnung. Wenn man den Preis berücksichtigt gibt es nichts zu beanstanden.
Die Bespielbarkeit ist für mich auch gut. Die ist natürlich bauartbedingt ziemlich "anders". Gewöhnungssache.

Ich brauche das Ding nur für Aufnahmen und hab deshalb auch schon welche gemacht.
Rein akustisch kommt auch nicht viel raus. Ich denke, unverstärkt geht man gegen eine Dreadnought oder so unter.
Da fehlt einfach das Fundament.

Verstärkt sieht das dann aber ganz anders aus, da ist sehr viel Fundament. Es wird ja gesagt, solche Dinger klingen einem Kontrabass
ähnlich. So was wollte ich, deshalb hab ich ihn mir auch als Fretless gekauft. Da kommt aus dem Verstärker oder aus den Monitoren
wirklich eine bemerkenswerte akustische Wucht entgegen.
Akustisch im klanglichen Sinn. Das klingt sehr nach Akustik-Bass, weniger elektrisch.
Kontrabass höre ich da zwar manchmal heraus, aber so wirklich dann doch auch wieder nicht. Für mich ist das eher ein
eigenständiger Sound, der aber in diese Richtung geht.

Die Gummisaiten werden über einen Piezo TA unterm Steg abgenommen.
Ein magnetischer Tonabnehmer würde auch nix bringen, denn die Saiten sind tatsächlich nur aus Gummi.
Der Piezo TA fängt recht empfindlich alles auf und ein, so dass man sehr akkurat und sauber spielen muss. Jede Berührung des Korpus wird
ziemlich gnadenlos mit verstärkt und ist auf Aufnahmen schnell störend.

Und es wird über den Piezo auch immer so was wie ein "Anschlagzirpen" mit übertragen. Vor jedem Ton gibt es ein
zirpendes Geräusch. Ich denke, das liegt am Gummi der Saiten. Rein akustisch gespielt hört man es nicht, über den Pickup aber immer.
Das stört mich leider ziemlich :?

Auf Aufnahmen ist der Sound schwer einzufangen in Sachen Dynamik. Vielleicht ist das bei einem Kontrabass ähnlich, ich hab noch nie
einen aufgenommen :kopf_kratz01:
Da ist unten herum mehr los als bei einem elektrischen Bass. Da ist mehr "Klangmaterial", ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll.
So ein Bass passt nicht in einen Rocksong oder in einen total voll gepackten Mix.
Der braucht Freiraum, damit er dieses akustische Etwas, das er hat auch entfalten kann. Sonst macht er keinen Sinn oder sogar eher Ärger.

So, das sind die allerersten schnellen ganz subjektiven Eindrücke.
Mal schauen, ob das was wird mit dem Winzling und mir.
Bin noch nicht sicher, werde berichten :popcorn:

Gruß Diet

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OhNoNoNo
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Re: Bass Ukele

Beitrag von OhNoNoNo » Dienstag 5. Januar 2021, 19:15

Ein schönes erstes Review. Eigentlich kann ich alles so unterschreiben.
Ich besitze das gleiche Instrument ja bereits seit Weihnachten. Wie bei jedem neuen Instrument fallen mir mit der Zeit Dinge auf, die ich besonders gut finde oder auch nicht. Oft hilft es mir, mich dem Instrument in meiner Spielweise anzupassen und so damit klarzukommen. Z.B. die Berührungsempfindlichkeit habe ich auch wahrgenommen, mich dann aber darauf eingestellt. Beim Recording, was ich überhaupt nicht praktiziere, ist der Umgang damit sicher immens wichtig.
In diesem Video wird ab ca. Min. 1:00 auf das Saitenberührungsproblem eingegangen und es werden auch Lösungsvorschläge für Abhilfe gemacht. Allerdings möchte ich weder Kolophonium noch Wasser an den Spielfingern haben. So sehr stört's mich wirklich nicht.
Habe auch mit einem Filzplektrum experimentiert. Ergibt einen sehr weichen Sound, der mich aber auch ein wenig ungeduldig macht; ob seiner Tonentfaltung.

Weiterüben ... ;)
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Diet
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Re: Bass Ukelele

Beitrag von Diet » Donnerstag 7. Januar 2021, 08:51

Moin,

so, die Entscheidung ist gefallen, mein Bass Ukelele Versuch ist beendet, ich schicke ihn zurück.
Vor allem stört mich dieses Anschlagzirpen auf den Aufnahmen. Das mag ich einfach nicht hören.

Schade, aber einen Versuch war es wert.

Gruß Diet

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Re: Bass Ukelele

Beitrag von OhNoNoNo » Samstag 9. Januar 2021, 12:45

Schade, dass du dich dem Instrument nicht nähern konntest.

Ich habe die Kritik jetzt mal zum Anlass genommen einfach mal ein paar Akkorde in meinen Looper zu spielen und die Uke als Basslinie drüberzulegen. Das Ganze dann einfach in ein Aufnahmegerät gemikt.
Abgesehen davon, dass das jetzt überhaupt nicht mit irgendetwas bereinigt ist und auch eher suboptimal ausgesteuert ist, finde ich den Bass schon zu den Jazzakkorden passend. Nicht gerade Kontrabassmäßig aber schon deutlich in die Richtung.

https://soundcloud.com/schubkarre/samba ... CNTaWOdkrR


* Falls interessant: Der GitarrenAmp ist ein Fame JTA-05, der derzeit auch in einem anderen Fred besprochen wird. Bassamp: Hartke HD15 8-)
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BruderM
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Re: Bass Ukelele

Beitrag von BruderM » Samstag 9. Januar 2021, 22:04

Danke für eure Infos dazu,
ich hatte mir das auch schon mal als Sofainstrument überlegt, mit dem man gelegentlich aufnehmen kann.

Einer findets gut, der andere nicht, ich bin noch am grübeln....
Gruß
Marc
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tommy
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Re: Bass Ukelele

Beitrag von tommy » Samstag 9. Januar 2021, 23:44

Einfach mal ausprobieren. Entweder sie spricht zu Dir oder nicht.
Es gibt ja Moneyback.
LG, Tommy


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